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Beleidigt weil ich helfen wollte ! Was ist das für eine Gesellschaft ?

9. Dezember 2016 um 21:50

Vor drei Stunden habe ich eine nicht ansprechbare, hilflose, aber stark alkoholisierte Person bei uns in der Bank gefunden. Viele Menschen sind an ihm vorbei und haben sich nicht um ihn gekümmert.
Mit einem Passanten bin ich dann zu ihm, habe ihn angesprochen, versucht ihn zu wecken und schließlich in die stabile Seitenlange gebracht. In der Zwischenzeit hat der andere Helfer Notarzt und Polizei verständigt.
Ich bin dann raus, um den Mann zu fragen, wie lange die brauchen werden. Da ist dann eine Frau zu dem Liegenden hin und hat sich erst mit einem anderen über ihn lustig gemacht und dann an ihm rumgeschüttelt (total sinnvoll ). Ich bin dann zu ihr und habe ihr gesagt, das wir schon den Notruf abgesetzt haben...da meckert die mich an !
Die Polizei würde den Mann eh nur vor die Tür setzen, weil er betrunken wäre und ich solle den armen Kerl doch in Ruhe lassen.
Ich hab ihr dann ganz ruhig versucht zu erklären, das der Mann Hilfe braucht, weil er nicht ansprechbar ist und daher genauso gut in ein alkoholinduziertes Koma fallen könne. Und das es unterlassene Hilfeleistung wäre ihn einfach liegen zu lassen. Daraufhin erklärte sie mir, dass sie mich nur ansehen müsse (ich bin gepierct und habe knallrote Haare, Tattoos konnte sie nicht mal sehen...) um zu wissen, das ich intolerant wäre !

Ich bin also intolerant, weil ich den Mann nicht in der Ecke verrecken lasse, sondern mich um ihn kümmere ? Weil ich jemanden helfe ? Wenn mir das nicht selbst passiert wäre...ich würde es nicht glauben ! Und das sagt mir auch noch eine Frau, die aussieht wie eine Gutmensch- Öko-Bratze (ja...das war intolerant ! Aber anders nicht zu beschreiben )

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10. Dezember 2016 um 15:26
In Antwort auf sweetsuprise

Vor drei Stunden habe ich eine nicht ansprechbare, hilflose, aber stark alkoholisierte Person bei uns in der Bank gefunden. Viele Menschen sind an ihm vorbei und haben sich nicht um ihn gekümmert.
Mit einem Passanten bin ich dann zu ihm, habe ihn angesprochen, versucht ihn zu wecken und schließlich in die stabile Seitenlange gebracht. In der Zwischenzeit hat der andere Helfer Notarzt und Polizei verständigt.
Ich bin dann raus, um den Mann zu fragen, wie lange die brauchen werden. Da ist dann eine Frau zu dem Liegenden hin und hat sich erst mit einem anderen über ihn lustig gemacht und dann an ihm rumgeschüttelt (total sinnvoll ). Ich bin dann zu ihr und habe ihr gesagt, das wir schon den Notruf abgesetzt haben...da meckert die mich an !
Die Polizei würde den Mann eh nur vor die Tür setzen, weil er betrunken wäre und ich solle den armen Kerl doch in Ruhe lassen.
Ich hab ihr dann ganz ruhig versucht zu erklären, das der Mann Hilfe braucht, weil er nicht ansprechbar ist und daher genauso gut in ein alkoholinduziertes Koma fallen könne. Und das es unterlassene Hilfeleistung wäre ihn einfach liegen zu lassen. Daraufhin erklärte sie mir, dass sie mich nur ansehen müsse (ich bin gepierct und habe knallrote Haare, Tattoos konnte sie nicht mal sehen...) um zu wissen, das ich intolerant wäre !

Ich bin also intolerant, weil ich den Mann nicht in der Ecke verrecken lasse, sondern mich um ihn kümmere ? Weil ich jemanden helfe ? Wenn mir das nicht selbst passiert wäre...ich würde es nicht glauben ! Und das sagt mir auch noch eine Frau, die aussieht wie eine Gutmensch- Öko-Bratze (ja...das war intolerant ! Aber anders nicht zu beschreiben )

Du schilderst diesen Vorfall und kritisierst die Gesellschaft im Allgemeinen?
Dass es Idioten gibt, die so eine Situation nicht ernst nehmen, ist traurig, aber da gleich zu fragen, was das für eine Gesellschaft sei. Der Passant, der dir geholfen hat, war ja auch Teil dieser Gesellschaft.

Zumindest leben wir in einer Gesellschaft, in der Alkoholkonsum, auch in großen Mengen, kein großes Thema ist. Eine Gesellschaft, die einen durstigen Mann gewähren lässt, aber auf jamenden der sich still und heimlich einen Joint rein zieht, mit dem Finger zeigt.

Eine Gesellschaft, in der Gefahren völlig fehleingeschätzt werden. Viele haben mehr Angst vor Migration, vorm Fliegen, oder dem Klimawandel, als vor dem Fahren mit hoher Geschwindigkeit oder den Folgen von hohem Tabak oder Alkoholmissbrauch. Angst vor seltenen Krankheiten ist oft größer als die Angst vor den Folgen von vielen Medikamenten.

Wir leben in einer Gesellschaft in der man offen den Einfluss großer Konzerne kritisiert, jedoch bei jeder Gelegenheit sein Geld dort investiert, wo diese Konzerne profitieren. (z.B.Pharmaunternehmen, Discounter-Ketten, oder auch zahlreiche Online-Angebote)

Die Leute wollen frei und selbstbestimmt sein, folgen aber dem Mainstream, lesen in Zeitschriften, wie sie ihr Leben am besten gestalten können, lassen sich von Mitarbeitern der Banken beraten, wo sie ihr Geld am besten deponieren.

Wir streben nach Sicherheit, vergessen aber die offensichtlichen Gefahren und Risiken, wohingegen wir versuchen durch zahlreiche Versicherungen alles abzudecken, was mit großer Wahrscheinlichkeit nicht eintritt. Wenn es dann doch dazu kommt,.... glaubt man richtig gehandelt zu haben, es sei denn, die Versicherung stellt sich quer.

Die grundlegende Fragestellung lässt sehr viel raum für Überlegungen zu.

Um beim Thema zu bleiben. Ich denke schon, dass Mitgefühl nicht unser oberstes Gebot ist. So sehr ich mir das auch Wünschen würde, zeigt der Blick auf unseren Alltag oft das Gegenteil. Jedoch sollte man den Teil der Gesellschaft auch nicht verschweigen, der sich für schwächere einsetzt, ehrenamtlich oder hauptberuflich im sozialen Bereich aktiv ist, spendet, oder spenden sammelt.

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12. Dezember 2016 um 9:16
In Antwort auf sweetsuprise

Vor drei Stunden habe ich eine nicht ansprechbare, hilflose, aber stark alkoholisierte Person bei uns in der Bank gefunden. Viele Menschen sind an ihm vorbei und haben sich nicht um ihn gekümmert.
Mit einem Passanten bin ich dann zu ihm, habe ihn angesprochen, versucht ihn zu wecken und schließlich in die stabile Seitenlange gebracht. In der Zwischenzeit hat der andere Helfer Notarzt und Polizei verständigt.
Ich bin dann raus, um den Mann zu fragen, wie lange die brauchen werden. Da ist dann eine Frau zu dem Liegenden hin und hat sich erst mit einem anderen über ihn lustig gemacht und dann an ihm rumgeschüttelt (total sinnvoll ). Ich bin dann zu ihr und habe ihr gesagt, das wir schon den Notruf abgesetzt haben...da meckert die mich an !
Die Polizei würde den Mann eh nur vor die Tür setzen, weil er betrunken wäre und ich solle den armen Kerl doch in Ruhe lassen.
Ich hab ihr dann ganz ruhig versucht zu erklären, das der Mann Hilfe braucht, weil er nicht ansprechbar ist und daher genauso gut in ein alkoholinduziertes Koma fallen könne. Und das es unterlassene Hilfeleistung wäre ihn einfach liegen zu lassen. Daraufhin erklärte sie mir, dass sie mich nur ansehen müsse (ich bin gepierct und habe knallrote Haare, Tattoos konnte sie nicht mal sehen...) um zu wissen, das ich intolerant wäre !

Ich bin also intolerant, weil ich den Mann nicht in der Ecke verrecken lasse, sondern mich um ihn kümmere ? Weil ich jemanden helfe ? Wenn mir das nicht selbst passiert wäre...ich würde es nicht glauben ! Und das sagt mir auch noch eine Frau, die aussieht wie eine Gutmensch- Öko-Bratze (ja...das war intolerant ! Aber anders nicht zu beschreiben )

offensichtlich eine "Gesellschaft" die einen Hang zu Verallgemeinerungen hat. ^^
Du bist auch Teil der "Gesellschaft".
Der Passant, der Dir half, ist auch Teil der "Gesellschaft".

Und Du machst aus einer Dame, mit der Du nicht klar gekommen bist und sie mit Dir nicht gleich "DIE GESELLSCHAFT"? Komm mal wieder runter ^^

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12. Dezember 2016 um 12:45
In Antwort auf avarrassterne1

offensichtlich eine "Gesellschaft" die einen Hang zu Verallgemeinerungen hat. ^^
Du bist auch Teil der "Gesellschaft".
Der Passant, der Dir half, ist auch Teil der "Gesellschaft".

Und Du machst aus einer Dame, mit der Du nicht klar gekommen bist und sie mit Dir nicht gleich "DIE GESELLSCHAFT"? Komm mal wieder runter ^^

Ich gehe mal davon aus, das die eine Frau nur die Spitze des Eisbergs war !
Du kannst davon ausgehen, dass vorher 99% der Passanten an dem Mann vorbeigegangen sind.
Wie war das mit dem alten Mann, der vor dem Bankautomaten mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen ist ? Die Leute sind noch über ihn drüber gestiegen, ohne sich um ihn zu kümmern und haben Geld abgehoben !

Und so ist unsere Gesellschaft mittlerweile ! Da kann man das auch ruhig mal fragen !

Ich arbeite in dem Bereich, habe die Ausbildung zur Rettungssanitäterin während meines Studiums gemacht...ich treffe auf mehr Menschen, die uns behindern, die uns noch tätlich angehen, als vor 15 Jahren ! Ja...die Gesellschaft im Allgemeinen wird immer rabiater, immer aggressiver, könnte daran liegen, dass die Menschen immer egozentrischer werden.

Ganz im Ernst...wer die Entwicklung nicht sieht, der läuft blind durch die Gegend.

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12. Dezember 2016 um 13:04
In Antwort auf chaosbella

Ich gehe mal davon aus, das die eine Frau nur die Spitze des Eisbergs war !
Du kannst davon ausgehen, dass vorher 99% der Passanten an dem Mann vorbeigegangen sind.
Wie war das mit dem alten Mann, der vor dem Bankautomaten mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen ist ? Die Leute sind noch über ihn drüber gestiegen, ohne sich um ihn zu kümmern und haben Geld abgehoben !

Und so ist unsere Gesellschaft mittlerweile ! Da kann man das auch ruhig mal fragen !

Ich arbeite in dem Bereich, habe die Ausbildung zur Rettungssanitäterin während meines Studiums gemacht...ich treffe auf mehr Menschen, die uns behindern, die uns noch tätlich angehen, als vor 15 Jahren ! Ja...die Gesellschaft im Allgemeinen wird immer rabiater, immer aggressiver, könnte daran liegen, dass die Menschen immer egozentrischer werden.

Ganz im Ernst...wer die Entwicklung nicht sieht, der läuft blind durch die Gegend.

ja unsere Gesellschaft entwickelt sich immer weiter zur Distanz zwischen den Menschen. Keine Frage. Aber eine gesellschaftliche Entwicklung ist immer das, was nun einmal die Mehrheit möchte. Wenn eine Minderheit etwas anderes lieber hätte, ist die Minderheit folglich per se nicht im Recht, oder?

Die Antwort also auf Deine Frage "was ist das für eine Gesellschaft?", wenn Du sie allgemein stellst, wäre: eine die, die Mehrheit will und eine, wo Du eben in der Minderheit bist.

Ausserdem hast Du Deine Eingangsfrage explizit auf die Dame und das "beleidigt, weil ich helfen wollte" bezogen - daher hatte ich auch darauf geantwortet.

Dass sich die Gesellschaft ändert, bemerke ich sehr wohl. Macht sie in solcher Hinsicht seit so rund 35.000 Jahren und den Satz "früher war das besser, da waren Moral und Anstand und bla... noch alles ganz toll" gibt es bestimmt auch ungefähr so lange - weil es immer Menschen gibt, denen der Zustand vorher lieber war. Manchmal sind die im Nachhinein sogar im Recht - was heisst: die Mehrheit schliesst sich ihnen rückwirkend betrachtet an.

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12. Dezember 2016 um 13:47

und die, die eine andere Meinung haben, wollen oft nicht hören, dass sie nicht automatisch im Recht sind.

Ich habe nun wirklich keine Probleme mit Egozentrik & Selbstverwirklichung und Distanzorientierung an sich, im Gegenteil, aber in solchen Situationen habe ich auch immer geholfen. Ganz und gar nicht zu meinem persönlichen Vorteil, im Gegenteil.
Aber für mich ist es eben eine persönliche Entscheidung. Ich kann entscheiden, ob ICH helfen will, aber das Recht, allen anderen zu verordnen, dass ihre Einstellung falsch und meine richtig ist, habe ich nicht. Ich bin kein Gott, welcher die moralische Ausrichtung der Menschheit festlegen kann - oder sollte. Ich kann die Einstellungen von anderen teilen - oder nicht. Ich kann sie mögen - oder nicht, aber das Recht, darüber zu urteilen, habe ich nicht.

Wenn sich die Entwicklung in den letzten 10 Jahren in diese Richtung bewegt, ist das an sich weder gut noch schlecht sondern einfach eine Tatsache. "Recht" hat da per Defintion die Mehrheit, nicht das, was der Einzelne richtig oder falsch finden mag.

Im Zweifelsfalle kann man konkret noch darüber diskutieren, ob das jetzt unterlassene Hilfeleistung wäre oder nicht. Aber da fühle ich mich nicht zum Urteil berufen, ich bin kein Jurist, klar ist das aus meiner Sicht auch nicht und juristische Diskussionen kann ich nicht führen.

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12. Dezember 2016 um 14:54
In Antwort auf avarrassterne1

ja unsere Gesellschaft entwickelt sich immer weiter zur Distanz zwischen den Menschen. Keine Frage. Aber eine gesellschaftliche Entwicklung ist immer das, was nun einmal die Mehrheit möchte. Wenn eine Minderheit etwas anderes lieber hätte, ist die Minderheit folglich per se nicht im Recht, oder?

Die Antwort also auf Deine Frage "was ist das für eine Gesellschaft?", wenn Du sie allgemein stellst, wäre: eine die, die Mehrheit will und eine, wo Du eben in der Minderheit bist.

Ausserdem hast Du Deine Eingangsfrage explizit auf die Dame und das "beleidigt, weil ich helfen wollte" bezogen - daher hatte ich auch darauf geantwortet.

Dass sich die Gesellschaft ändert, bemerke ich sehr wohl. Macht sie in solcher Hinsicht seit so rund 35.000 Jahren und den Satz "früher war das besser, da waren Moral und Anstand und bla... noch alles ganz toll" gibt es bestimmt auch ungefähr so lange - weil es immer Menschen gibt, denen der Zustand vorher lieber war. Manchmal sind die im Nachhinein sogar im Recht - was heisst: die Mehrheit schliesst sich ihnen rückwirkend betrachtet an.

Huch, nicht genau genug geschaut, die TE war jemand anderes.
Mein Fehler

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17. Dezember 2016 um 1:22
In Antwort auf avarrassterne1

und die, die eine andere Meinung haben, wollen oft nicht hören, dass sie nicht automatisch im Recht sind.

Ich habe nun wirklich keine Probleme mit Egozentrik & Selbstverwirklichung und Distanzorientierung an sich, im Gegenteil, aber in solchen Situationen habe ich auch immer geholfen. Ganz und gar nicht zu meinem persönlichen Vorteil, im Gegenteil.
Aber für mich ist es eben eine persönliche Entscheidung. Ich kann entscheiden, ob ICH helfen will, aber das Recht, allen anderen zu verordnen, dass ihre Einstellung falsch und meine richtig ist, habe ich nicht. Ich bin kein Gott, welcher die moralische Ausrichtung der Menschheit festlegen kann - oder sollte. Ich kann die Einstellungen von anderen teilen - oder nicht. Ich kann sie mögen - oder nicht, aber das Recht, darüber zu urteilen, habe ich nicht.

Wenn sich die Entwicklung in den letzten 10 Jahren in diese Richtung bewegt, ist das an sich weder gut noch schlecht sondern einfach eine Tatsache. "Recht" hat da per Defintion die Mehrheit, nicht das, was der Einzelne richtig oder falsch finden mag.

Im Zweifelsfalle kann man konkret noch darüber diskutieren, ob das jetzt unterlassene Hilfeleistung wäre oder nicht. Aber da fühle ich mich nicht zum Urteil berufen, ich bin kein Jurist, klar ist das aus meiner Sicht auch nicht und juristische Diskussionen kann ich nicht führen.

Natürlich habe ich ein Racht mich dazu zu äußern und auch deren moralische Einstellung anzuzweifeln. Genau deine Einstellung führt doch dazu dass immer weniger Menschen sich verantwortlich fühlen !
Wenn konkret mehr Menschen sich negativ zu einem solchen Verhalten äußern würden, dann würden viele vielleicht auch erstmal mehr nachdenken, bevor sie Unsinn reden oder sich so verhalten !

Immer dieses "Ich kann doch anderen meine Meinung nicht sagen" Getue oder "keinem meine moralischen Vorstellungen zumuten"... ich kanns nicht mehr ertragen !
Natürlich kann man das ! Und man sollte das auch !
Bringt man einem Kind keine Moral bei, dann kommen so U-BahnTreter wie in Berlin raus !
Kann man dem Mann auch nicht erklären, das das falsch war ? Oder muss man hier wieder den armen Migrationshintergrund beachten und darüber nachdenken, das er das nur gemacht hat, weil er ja sooo unter seiner persönlichen Misere zu leiden hatte?

Das Problem ist doch, das alle sich nur noch auf sich selbst konzentrieren und das man sich keine Gedanken mehr um die Gesellschaft macht. Eine Gesellschaft hat immer eine gemeinsame moralische Komponente, dass macht eine Geselllschaft unter anderem aus ! Wenn die Mehrheit aber keine mehr liefert, dann setzt die Minderheit sich durch und dann kommt das dabei raus.
Die Mehrheit will es ja nicht mal... nur kommt immer mehr eine Einstellung, die du hast zum Tragen...und das ist FATAL !

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19. Dezember 2016 um 7:44
In Antwort auf chaosbella

Natürlich habe ich ein Racht mich dazu zu äußern und auch deren moralische Einstellung anzuzweifeln. Genau deine Einstellung führt doch dazu dass immer weniger Menschen sich verantwortlich fühlen !
Wenn konkret mehr Menschen sich negativ zu einem solchen Verhalten äußern würden, dann würden viele vielleicht auch erstmal mehr nachdenken, bevor sie Unsinn reden oder sich so verhalten !

Immer dieses "Ich kann doch anderen meine Meinung nicht sagen" Getue oder "keinem meine moralischen Vorstellungen zumuten"... ich kanns nicht mehr ertragen !
Natürlich kann man das ! Und man sollte das auch !
Bringt man einem Kind keine Moral bei, dann kommen so U-BahnTreter wie in Berlin raus !
Kann man dem Mann auch nicht erklären, das das falsch war ? Oder muss man hier wieder den armen Migrationshintergrund beachten und darüber nachdenken, das er das nur gemacht hat, weil er ja sooo unter seiner persönlichen Misere zu leiden hatte?

Das Problem ist doch, das alle sich nur noch auf sich selbst konzentrieren und das man sich keine Gedanken mehr um die Gesellschaft macht. Eine Gesellschaft hat immer eine gemeinsame moralische Komponente, dass macht eine Geselllschaft unter anderem aus ! Wenn die Mehrheit aber keine mehr liefert, dann setzt die Minderheit sich durch und dann kommt das dabei raus.
Die Mehrheit will es ja nicht mal... nur kommt immer mehr eine Einstellung, die du hast zum Tragen...und das ist FATAL !

ich sage immer meine Meinung. Ich fühle mich nur nicht berufen, für andere zu entscheiden und auch nicht, über sie zu richten und auch nicht, meine Meinung als das anzusehen, dem die ganze Menschheit folgen sollte - es ist meine Meinung.

Ja, es konzentrieren sich mehr Menschen auf sich selbst und weniger auf andere. Und dazu habe ich auch eine Meinung: ich fühle mich in so einer Gesellschaft wesentlich wohler und besser!
Nein, das heißt bestimmt nicht, dass ich die "UBahn-Treter" toll finde und wie schon gesagt: ich habe selbst auch immer geholfen, wenn ich hilflose Menschen gesehen habe - aber es heißt, dass ich im Zweifelsfalle gern in Kauf nehme, dass mir keiner hilft, wenn ich mal hilflos am Boden liege - weil ich dafür den Rest meines Lebens leben kann, wie ich möchte.

Du widersprichst Dir. Wenn die Mehrheit keine Moral-Doktrin mehr liefert, ist das die Entscheidung der Mehrheit und Dein Wunsch danach ist die Minderheit. Und das Problem an demokratischen Gesellschaften ist nun einmal: wer in der Minderheit ist, hat ganz klassisch Pech gehabt.
 

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20. Dezember 2016 um 15:41

interessante Interpretation und hm... faszinierend, wie Du mich so einschätzt. Gut zu Wissen.
Zumal ich noch zig mal gesagt habe, dass ich die "Verrohung" eben nicht toll finde. Aber egal, wenns eben nicht in Dein Weltbild und Dein Bild von mir passt, kann ich labern, was ich will, oder?

Nun, ich versuche es mal mit einer etwas wissenschaftlicheren Erklärung.
Hast Du schon einmal von "Riemann-Typen" gehört?
Falls nicht, die ersten beiden Treffer bei google:
http://www.focus.de/wissen/mensch/sprache/englisch-sprachkurs/tid-7184/psychologie_aid_130860.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Riemann-Thomann-Modell

Ich bin ein Distanz-Typus. Sogar recht in Reinform, was eher selten ist, die meisten Menschen entsprechen, wie bei jedem Modell, nicht ganz genau einen Typus.
Die Gesellschaft wird sich daran orientieren, welcher Typus gerade in der Überzahl ist, weil sich ein Distanz-Mensch in der Wohlfühlzone des Nähe-Menschen eben nicht wohl fühlt.
Wir haben jetzt eine Gesellschaft der Distanz- Menschen. In der fühlen sich Menschen des Nähetypus zweifellos sehr unwohl. Genauso wie ich mich in einer Nähe-orientierten Gesellschaft sehr unwohl fühlen würde. Wie alle anderen Distanzmenschen auch.
Aber vielleicht kannst Du ja mal nachlesen, dass wir ANDERE Menschen sind, nicht schlechtere Menschen, auch wenn wir Deinen moralischen Imperativ und Deine Werte nicht teilen. Toleranz und so ... ^^

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21. Dezember 2016 um 7:50

immer noch: ich bin auch kein Nähe-Mensch. Ich bin das genaue Gegenteil. Und ich habe bisher immer anderen geholfen in ähnlichen Situationen - also was willst Du mir jetzt sagen?

Das was ich gesagt habe, ist, dass mir !MEINE! Unversehrtheit von Leib und Leben in solchen Einzelsituationen (wie der Situation in der Bank, um die es hier geht) weniger wichtig ist - und das ist ja wohl doch bitte meine eigene Entscheidung, oder nicht? Bei anderen, die Hilfe brauchen, entscheide ich anders, habe ich mein Leben lang anders entschieden.

Ich sagte, dass mir die Distanz und Ich-Bezogenheit in unserer Gesellschaft lieber ist und Du machst daraus "mir gefällt, dass die Gesellschaft verroht". Nein, das ist nicht das Gleiche. Gar nicht. Es ergibt sich auch nicht automatisch daraus. Gar nicht. Das eine ist eine Frage der charakterlichen und emotionalen Ausrichtung der Menschen, das andere ist selbst rechtlich falsches Verhalten - kennst Du den Unterschied nicht, nein? Man kann auch Distanz und Ich-Bezogenheit bevorzugen, ohne ein Idiot zu sein. Ganz sicher.

Und dann nennst Du meine Schlussfolgerungen merkwürdig?!? Schon mal über Deine eigenen nachgedacht von Zeit zu Zeit?

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21. Dezember 2016 um 9:25

nicht primär die körperliche Distanz, sondern vor allem die persönliche und emotionale.

Eben, dass sich "jeder nur um sich kümmert", wie hier schon angesprochen wurde.
Was nur eben nicht heisst, dass man alle Grenzen überschreitet - sondern sich die Einmischungen für Notfälle aufhebt.
Könnte im konkreten Falle auch dazu geführt haben, dass einige nicht erkannt haben, dass es ein Notfall ist, ob jemand nicht ansprechbar ist oder nur schläft, erkennt man im Vorbeigehen nicht unbedingt. Jemandem im Notfall nicht zu helfen, finde ich genauso wenig richtig, aber die Änderungen in der Gesellschaft, die hier gleich mit so beklagt werden, an sich schon. Ich bezweifle eigentlich auch sehr, dass das so enorm mit den kritisierten Änderungen zu tun hat. Ok, vor 50 oder 100 Jahren wäre keiner über einen Menschen, der in einer Bank am Boden liegt, hinweggestiegen - der wäre gar nicht erst dazu gekommen, sich dort hin zu legen. Dass ihm mehr Menschen geholfen hätten, bezweifle ich aber sehr. Nur konnte man solche Geschichten nicht so theatralisch verbreiten und dann gleich noch die ganze Gesellschaft verantwortlich machen, wie es heute geht.
 

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