Home / Forum / Gesellschaft & Leben / Bedingungsloses Grundeinkommen?

Bedingungsloses Grundeinkommen?

24. April 2009 um 10:18

Mir schwebt da eine völlige Neuregelung vor.
Was haltet Ihr davon:
800 bedingungsloses Grundeinkommen für jeden volljährigen Bürger in Deutschland.
Abschaffung der Krankenkassen und Staatliche Gesundheitversorgung für alle.
Auflösung der Rentenversicherung und Wegfall sämtlicher staatlicher Subventionen.

Verwaltungskosten können massiv gesenkt werden und stellen somit schon einen Teil des Finanzierungsplans dar.

Konzepte dafür liegen bereits in allen Parteien vor.
Die Frage des richtigen Modells ist dabei aber noch nicht geklärt worden.
Auf Wikipedia findet Ihr unter "Bedingungsloses Grundeinkommen/Bürgergeld" eine Auflistung verschiedener Möglichkeiten.

Fakt ist das sich unsere Arbeitskultur grundlegend verändern würde.
Motivation aus Freude am Schaffen.Halte ich für Sinnvoller als der ewige Kampf um Arbeitsplätze und deren Erhaltung.

Also Ihr lieben was stellt Ihr Euch so zu diesem Thema vor?

Mehr lesen

24. April 2009 um 10:43

Ich denke
dass damit so viele Leute gerade dieses Grundeinkommen zum Nichtarbeiten nutzen würden, dass alle Finanzierungspläne kaum helfen würden. Ich will damit niemanden für faul erklären, aber es gibt genügend Berufe die einfach keinen Spaß machen. Und wenn man die Wahl hat zwischen Hobbys und einem Tag in der Fabrik, wird man sich wohl eher für die Hobbys entscheiden.

Davon ab - von 800 Euro im Alter leben? Viele alte Menschen brauchen eine Haushaltshilfe, müssen spezielle Diäten halten, können ihre Kleidung etc gar nicht zu Normalpreisen kaufen, etc. Das wird die Krankenversorgung kaum alles decken, und mit 800 kann es verdammt knapp werden. Ich sehe ja was allein bei meinem Opa an Extrageld gebraucht wird monatlich, ohne dass mein Eltern da große Teile übernommen hätten wäre der aufgeschmissen. Und dabei wird Kochen und Haushalt noch teilweise von meiner Mutter für ihn übernommen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. April 2009 um 11:55

Ich
setze auf das Recht dass alle Menschen, nur weil es sie gibt an der Gesellschaft teilhaben dürfen.
Das muß sich niemand verdienen und niemand kann es verlieren.

Das ist Menschenrecht und offensichtlich reicht der vorhandene Reichtum dafür auch aus.
Ich kann wirklich nicht davon ausgehen das dass gesellschaftliche Leben mit seinen Aufgaben daran Zugrunde geht.
Aus dieser Gerechtigkeit heraus kann eine ganz neue Art der Motivation entstehen, Arbeiten zu verrichten.

Zumindest bräuchte niemand mehr Psychopharmaka schlucken, weil er den Druck nicht mehr aushält.
Arbeitshirarchieen hätten keinen Bestand mehr.
Mobing am Arbeitsplatz.........nur noch ein Kapitel im Geschichtsbuch.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. April 2009 um 12:29

Der Mensch braucht eine sinnvolle Tätigkeit...
und genau deshalb würde niemand aufhören zu arbeiten. Aber vielleicht Teilzeit, oder noch eine Fortbildung.
Es würden flexiblere Lösungen entstehen. Häuschen bauen, Auto kaufen... dafür brauchts Extrageld. Ich habe eine Weile in Kreuzberg gearbeitet, die Leute rennen dem Jobcenter die Türen ein um eine MAE-Massnahme zu bekommen, weil sie es zu Hause nicht den ganzen Tag aushalten.
Ich denke, daß eine neue Form von Arbeitsteilung entstehen würde. Der Kanalarbeiter würde vielleicht nur noch die Hälfte des Jahres in der Sch. stehen und den Rest an der Uni verbringen.

Wie auch immer, wie es jetzt ist funktionierts ja auch nicht mehr

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. April 2009 um 14:17

Staatliche Arbeitsverteilung...
Das heißt, du nimmst auf einer seite den wirtschaftlichen Arbeitszwang raus, setzt aber dann von staatlicher Seite einen neuen auf, der eigentlich noch härter ist, weil man dann nicht einmal die Wahl hat und irgendwann von irgendeinem Mensch der dich nie gesehen hat irgendwas aufgebrummt bekommt...für NICHTS im Endeffekt.
So etwas ähnliches gab es übrigens schon mal...Sowjetunion. Samstagsarbeiten und "freiwillige" Erntehilfe und solche Späße. Genau nach diesem Prinzip, jeder hilft mal so mit bei Gemeinschaftsaufgaben. Soll ich erläutern wie es endete oder kommt man auch so drauf?

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. April 2009 um 14:37

Dem
kann man so nur zustimmen. Ein klarer und regelnder Rahmen für die Wirtschaft würde mehr bringen und auch deutlich missbrauchssicherer sein, als ein "Alles für alle" System, das den Bürger im Grunde von der Gnade des Staates abhängig macht.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. April 2009 um 18:06

Zieh
Beispiele aus der SU nicht immer auf den Marxismus herunter Abseits des Marxismus wurde dort viel mit gesellschaftlichen Modellen experimentiert, und die kann man ganz getrennt von jeder Ideologie betrachten und daran lernen. Die staatliche Arbeitsverteilung hat zB nicht funktioniert, und mit dem Marxismus hatte das nichts zu tun.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. April 2009 um 21:24

Zu "wer macht dann die Drecksarbeit?"
Solche Arbeit müsste entsprechen entlohnt werden, geht ja dann auch nicht anders. Macht doch alles auch gerechter. Momentan ist es doch so, daß miese Arbeit auch noch mies bezahlt wird. Das würde ein schnelles Ende finden.

Meiner Meinung nach würde eine gerechte Absicherung der Menschen auch zu einem verantwortungsvollem Handeln innerhalb der Gesellschaft beitragen.
Eine Gesellschaft ohne Angst hat auch Platz für gesellschaftliche Visionen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

24. April 2009 um 21:49

@ Silbertanne
ich glaube nicht daß es sinnvoll ist, für eine Grundsicherung Arbeitsstunden zu leisten. Das wäre ja nur teuer , braucht einen Verwaltungsapparat etc. Der Clou liegt ja darin, daß eine druckentschärfte Privatwirtschaft so wie heute auch die Sachen regelt, der Staat aber niemanden in einen Zwangsdienst stecken kann. Die Menschen müssen sich aber nicht mehr alles gefallenlassen, wären wieder Mitarbeiter und keine Sklaven.
Gewrkschaften hätten dann auch wieder eine andere Aufgabe als Lohnverzicht zu predigen, und wer pleite geht geht halt pleite, wird schon seinen Grund haben, braucht aber keine Einmischung der Politik mehr.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

12. Mai 2009 um 9:35

Ein großteil der Arbeitsplätze
wird in Deutschland sowieso Subventioniert.Arbeitgeber dealen damit ,das bei einem geringen Gehalt noch staatliche Beihilfe gezahlt wird.
Rechne Dir mal durch wieviel Subventionen Deutschland jedes Jahr in die Erhaltung einer Maaroden Wirtschaft steckt und teile die Summe durch die Anzahl der Bürger.
Ich wette da würde keiner mehr am unteren existenzminimum leben müssen und trotzdem gewissenhaft Gesellschaftliche Aufgaben erfüllen.

Ohne Angst könnten sich Menschen überlegen in die Selbstständigkeit zu gehen und Ihre Leistung zur Verfügung zu stellen.Ohne das gleich die Privatinsolvenz droht ,wenn` s mal nicht
so gut läuft.
Wir hätten eine kalkulierbare Sicherheit und jegliche Art von Luxus ist reines Privatvergnügen, was nebenbei erwirtschaftet werden muß und in dieser status orientierten Welt, auch wird.
Da bin ich mir ziemlich sicher.
Aus einer gerechten Basis herraus kann sich einiges verändern sowohl wirtschaftlich wie auch gesellschaftlich.
LG Eschenkreis

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper