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Auswandern - könntet ihr euch das vorstellen?

30. Juni 2002 um 21:56

Hallo!

Ich hatte heute mal wieder eine lange Unterhaltung mit meinem Freund über das Leben hier usw. Und egal, wann wir dieses Thema diskutieren, wir kommen immer wieder darauf, dass das Leben für uns hier in Deutschland immer nur am Wochenende stattfindet. Man versucht, einigermaßen stressfrei die Woche zu überstehen, und die einzige Erholung, und die Tage, an denen man wirklich das Gefühl hat zu leben, sind Samstag und Sonntag...
Gehts euch auch manchmal so??
Wir spielen oft die Gedanken durch, wie es wohl wäre, wider aller Erwartungen aus Familie und Umfeld, einfach alles stehen und liegen zu lassen, und woanders einfach das anzufangen, was man unter Leben versteht...in ein anderes Land auswandern, und dort z.B. in einem Hotel zu arbeiten oder als Animateur, oder Tanzpaar, oder was auch immer!
Das Leben dort wäre zwar bestimmt nicht immer nur rosig, aber dieser Leistungsdruck, dem man hier unterliegt, den hätte man woanders vielleicht nicht...
Und was ist schon das ganze Geld, für das man hier arbeitet, wenn man es gar nicht mal genussvoll ausgeben kann???
Habt ihr nicht auch schon mal euch vorgestellt, auszuwandern oder was ganz verrücktes anzufangen oder was ganz anderes zu machen als man eigentlich gelernt hat?!
Fehlt oft nicht einfach nur der Mut zum eigenen Glück? Oder sind solche Träume einfach Schwachsinn und unrealistisch?

Ja ja, solche Gedanken kommen mir meistens nach einem wunderschönen sonnigen Wochenende, wenn der Montag schon wieder vor der Tür steht *seufz*

Fühlt jemand mit mir???

LG und trotzdem schönen Wochenanfang
Solnischka

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1. Juli 2002 um 10:59

Jeden Montag morgen
träume ich davon, auszusteigen, alles hinter mir zu lassen und einfach das Leben zu genießen.

Irgendwo, vielleicht in Irland, mit meinem Mann und meinem Kind auf einer Scharffarm, wo die Uhren langsamer gehen und uns der Wind um die Nase weht....

Oder in Kanada, an einem großen stillen See, mit Bergen und alten Bäumen, die Fische zu angeln, die man für eine Mahlzeit braucht...

Aber...

... dann kommen ganz viele Zweifel. Denn in meinen träumen mag das alles sehr romantisch und vielversprechend aussehen, doch die Realität ist sicher viel anstrengernder und nicht immer so hoffnungsvoll.

Mein Mann ist wenig begabt, was Handwerkliche Dinge angeht,und der Griff zum Telefon, und schon st jemand da, der einem die Dinge repariert ist viel einfacher.

Den Leistungsdruck hat man doch irgendwie immer, sonst würden wir auf der Strasse landen und den Sinn des Lebens völlig aus den Augen verliehren.

Ähm - der Sinn des Lebens? keine Ahnung, wo der leigt. Vielleicht darin, das es eben doch immer wieder die Möglichkeit gibt für eine Auszeit. Das Du arbeitest, um die kleine Träume zu erfüllen.

Und ehrlich, egal, wieviel Stress es auf der Arbeit oder mit Familie oder Freunden gibt, irgendwie macht es doch auch Spaß und man ist stolz auf sich, wenn etwas mal richtig gut geklappt hat, oder?

Aber träumen darf man ja mal, manchmal mehr manchmal weniger, richtig?

LG von Romara

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1. Juli 2002 um 11:27
In Antwort auf alexus_12900916

Jeden Montag morgen
träume ich davon, auszusteigen, alles hinter mir zu lassen und einfach das Leben zu genießen.

Irgendwo, vielleicht in Irland, mit meinem Mann und meinem Kind auf einer Scharffarm, wo die Uhren langsamer gehen und uns der Wind um die Nase weht....

Oder in Kanada, an einem großen stillen See, mit Bergen und alten Bäumen, die Fische zu angeln, die man für eine Mahlzeit braucht...

Aber...

... dann kommen ganz viele Zweifel. Denn in meinen träumen mag das alles sehr romantisch und vielversprechend aussehen, doch die Realität ist sicher viel anstrengernder und nicht immer so hoffnungsvoll.

Mein Mann ist wenig begabt, was Handwerkliche Dinge angeht,und der Griff zum Telefon, und schon st jemand da, der einem die Dinge repariert ist viel einfacher.

Den Leistungsdruck hat man doch irgendwie immer, sonst würden wir auf der Strasse landen und den Sinn des Lebens völlig aus den Augen verliehren.

Ähm - der Sinn des Lebens? keine Ahnung, wo der leigt. Vielleicht darin, das es eben doch immer wieder die Möglichkeit gibt für eine Auszeit. Das Du arbeitest, um die kleine Träume zu erfüllen.

Und ehrlich, egal, wieviel Stress es auf der Arbeit oder mit Familie oder Freunden gibt, irgendwie macht es doch auch Spaß und man ist stolz auf sich, wenn etwas mal richtig gut geklappt hat, oder?

Aber träumen darf man ja mal, manchmal mehr manchmal weniger, richtig?

LG von Romara

Ob man das auswandern nennen kann...
weiß ich nicht, aber ich habs mal nebenan ( in paris ) versucht.
nachdem ich zuvor schon den kosmopolitischen virus in mir hatte ( n paar monate schottland und zwei jahre als student in paris ), bin ich 97 wieder rübergemacht, da ich mein 2. staatsexamen in der tasche hatte, aber keine arbeit in deutschland fand.
paris kam mir deshab in den sinn, weil ich
1. diese stadt liebte
2. schon einige leute vor ort kannte
3. mir die deutsche stubenhockermentalität aufs gemüt schlug.
als ich dann da war, gabs einge hindernisse zu überwinden ( es ist halt doch was anderes, übergangsweise mal als student da zu sein, als wenn man jegliches administrative in deutschland hinter sich lässt ), aber mir kam alles wunderbar vor. die leute sind im allgemeinen viel kommunikativer, ich wohnte in einem der besten stadtviertel und wenn ich spätabends von freunden nach hause kam, brauchte ich keine angst auf der straße zu haben, denn die waren nie leer.
ich wollte nie mehr zurück nach deutschland und mehr als einen kurztrip wars mir nicht wert. mit der zeit, hatte ich vor ort aber dennoch zu rudern ( teure miete, der job schwankte im einkommen, der sommer in so ner warmen stadt war hitze- und smogmäßig ne katastrohe )und irgend wie merkte ich immer wieder, ich war "die deutsche". außerdem lag mir dieser übertriebene patriotismus der franzosen etwas quer, auch wenn ich ihr savoir vivre und ihre gelassenheit untereinander sehr schätze.
kurzum: nach 3 jahren bin ich wieder zurück nach deutschland, weil ich es auch satt hatte, unter meiner qualifikation bezahlt zu werden, nur für die miete zu malochen und die familie einfach doch nicht zu ersetzen ist.
aber was ich als fazit sagen möchte: nachdem ich vorher ein leicht gespaltenes verhältnis zu deutschland hatte, finde ich, so schlecht lebts sich bei uns auch nicht. wir sollten uns mit viel mehr stolz und nicht immer so kritisch betrachten ( ohne jetzt in die rechte ecke gestellt zu werden ), sooo piefig, miesepeterisch und disziplinert sind wir nun auch nicht.
den sinn des lebens kann sich nur selbst erfüllen, egal wo man wohnt. ob nun in kanada, den schottischen bergen oder mitzmannsdorf bei meuselwitz
annana

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1. Juli 2002 um 12:08

Auswandern
Ich hatte immer die absolute Kanada-Sehnsucht (heute auch noch bisschen). Dann, vor zwei Jahren, hab ich mir eine Auszeit genommen (Freund, Familie) und bin für ein paar Wochen alleine nach Vancouver geflogen, einfach um zu sehen, ob es da wirklich so ist, wie ich mir es vorgestellt habe.
Tja, was soll ich sagen, die erste Zeit war toll, hab viel erkundet, total nette Leute kennengelernt, die Stadt ist der absolute Wahnsinn. Aber nach einiger Zeit habe ich gemerkt, so anders wie hier ist das dort auch nicht. Besonders deutlich wurde das, als ich früh (so gegen 7.00 Uhr - bin kein Langschläfer) in meinem Lieblingscafe saß und beobachtet habe, wie die Leute zur Arbeit hetzen. Die müssen die Woche genauso rumkriegen wie ich in Deutschland. Die müssen auch ihr Geld verdienen, um halt ihr Leben leben zu können.
Wenn ich hier alles hinschmeiße und auswandern würde, dann gibt es keine Garantie für ein glückliches Leben. Vielleicht finde ich mich dann bei McDonalds wieder, wie ich den ganzen Tag Fritten und Hamburger verkaufe, nur weil es eben anders gelaufen ist.
Ich habe mir hier ein gutes Leben aufgebaut, habe einen lieben Freund, eine gute Arbeit, wir wünschen uns ein Kind und wir planen, ein Haus zu kaufen. Ich denke, es ist alles eine Frage der Einstellung. Sich aber einzureden, in einem fremden Land ist alles besser, ist mit Sicherheit falsch. Man muss sich auf jeden Fall vor Ort informieren (und nicht bloß 2 Wochen Urlaub dort machen), sonst wird man schnell enttäuscht sein.
Ich hatte auch lange die rosarote Brille auf und ich bin froh, dagewesen zu sein, sonst wäre ich jetzt immer noch unzufrieden und hätte das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

LG Isidor

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1. Juli 2002 um 12:56
In Antwort auf isidor

Auswandern
Ich hatte immer die absolute Kanada-Sehnsucht (heute auch noch bisschen). Dann, vor zwei Jahren, hab ich mir eine Auszeit genommen (Freund, Familie) und bin für ein paar Wochen alleine nach Vancouver geflogen, einfach um zu sehen, ob es da wirklich so ist, wie ich mir es vorgestellt habe.
Tja, was soll ich sagen, die erste Zeit war toll, hab viel erkundet, total nette Leute kennengelernt, die Stadt ist der absolute Wahnsinn. Aber nach einiger Zeit habe ich gemerkt, so anders wie hier ist das dort auch nicht. Besonders deutlich wurde das, als ich früh (so gegen 7.00 Uhr - bin kein Langschläfer) in meinem Lieblingscafe saß und beobachtet habe, wie die Leute zur Arbeit hetzen. Die müssen die Woche genauso rumkriegen wie ich in Deutschland. Die müssen auch ihr Geld verdienen, um halt ihr Leben leben zu können.
Wenn ich hier alles hinschmeiße und auswandern würde, dann gibt es keine Garantie für ein glückliches Leben. Vielleicht finde ich mich dann bei McDonalds wieder, wie ich den ganzen Tag Fritten und Hamburger verkaufe, nur weil es eben anders gelaufen ist.
Ich habe mir hier ein gutes Leben aufgebaut, habe einen lieben Freund, eine gute Arbeit, wir wünschen uns ein Kind und wir planen, ein Haus zu kaufen. Ich denke, es ist alles eine Frage der Einstellung. Sich aber einzureden, in einem fremden Land ist alles besser, ist mit Sicherheit falsch. Man muss sich auf jeden Fall vor Ort informieren (und nicht bloß 2 Wochen Urlaub dort machen), sonst wird man schnell enttäuscht sein.
Ich hatte auch lange die rosarote Brille auf und ich bin froh, dagewesen zu sein, sonst wäre ich jetzt immer noch unzufrieden und hätte das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

LG Isidor

Vancouver
ist einfach der hammer, ich war schon 2 mal da. wir haben uns dort ein auto gekauft ganz billig haben die ganze gegend erkundet, waren auch auf nanaimo und sind weiter in norden gefahren. die natur ist einfach wunderschön, und auch die leute die vielen kulturen..
aber du hast recht, wenn man daran denkt auszuwandern, und sich evtl. schon ein land oder sogar eine stadt ausgesucht hat, muss man vorher ziemlich genau wissen, wie man dort so über die runden kommen will, mal länger urlaub machen, oder freunde besuchen geht ja, aber um dort ne arbeitserlaubnis zu bekommen (greencard) und so weiter..muss man glaub ich viele kriterien erfüllen, du brauchst sogar schon vorher einen festen arbeitsplatz und job..frag mich nicht wie das genau geht mit dieser punkteliste..is aber alles nicht so einfach.

irgendwann flieg ich nochmal rüber..
ist doch ne ganz andere welt da drüben.

ich perlönlich könnte mir auch gut vorstellen mal in frankreich zu leben irgendwann.

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2. Juli 2002 um 16:36

Habe ich schon zu oft gemacht
in meinem leben. ich bin in bukarest/rumänien geboren. bin bis zum 10 lebensjahr bei meinem großeltern in einem riesen haus mit garten aufgewachsen. bis auf der politischen lage gab es eigentlich nichts an diesem land auszusetzen. es lag vielleicht auch daran das meine großeltern wohlhabend waren. ich hatte freunde und in der schule fühlte ich mich wohl. trotzdem flüchteten meine eltern nach österreich. für mich als kind unverständlich wir hatten doch alles. bis auf die freiheit. verstand ich als kind natürlich nicht.

in österreich angekommen hatte ich probleme. mit der sprache, mit der schule, keine freunde, keine familie mehr. mein vater starb schon mit 34 jahren. egal ich hatte meine muter und somit kriegte ich den rest mit viel kraft auch geregelt. dieser kampf sich zu integrieren hat mich schon als kind geprägt es war für mich der erste neuanfang in einer mir fremden welt.

30 jahre später kam der nächste umbruch in meinem leben. ich lernte einen deutschen kenne. das ganze noch einmal von vorne. auswandern, neue umgebung, keine freunde und auch gar keine familie mehr. meine mutter blieb in österreich.

es ist (bloß) ein nachbarsland mit der gleichen sprache. dachte ich. jetzt 2 jahre später erzählt mir mein freund er würde sooo gerne in paris wohnen und wenn er könnte würde er sofort auswandern. und da muss ich ihm sagen leider ohne mich. nochmal schaffe ich das nicht. es ist mir einfach zu mühsam. das leben ist überall gleich anstengend es kommt nur darauf an wie du es packst.

überlegt es euch gut. es kann gut gehen aber es kann auch so kommen das du mit nichts dastehst.
leistungsdruck hast du überall wo du arbeiten musst. in ö. genauso wie in d. oder sonstwo auf dieser welt.

viele grüße
rica

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