Forum / Gesellschaft & Leben

Ausländischer Nachname in Deutschland

3. November um 14:34 Letzte Antwort: 17. November um 19:22

Hallo, 
ich stehe kurz vor meiner Hochzeit mit meinem Verlobten der gebürtiger Brasilianer ist.
Eigentlich wollte ich seinen Namen annehmen der portugiesisch klingt. Er meinte jetzt es wäre evtl besser wenn ich und unsere 2 Kinder meinen "deutschen" Namen behalten und er seinen + meinen als Doppelnamen annimmt.
Sein Argument ist das er Angst hat das die Kinder später bei Bewerbungen und anderen Sachen mit einem ausländischen Namen benachteiligt werden könnten.
Ich persönlich fühle mich ihm näher und mehr als Familie wenn wir alle genau gleich heißen.
Habt ihr da Erfahrungen gemacht mit einem südländischen Nachnamen hier in Deutschland oder evtl auch durch eine Hochzeit?
Ich denke da momentan mehr an die Kinder als an mich, vor allem an meinen Sohn der den Namen ja wahrscheinlich /evtl für immer behält. 

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3. November um 17:38

Den deutschen Namen behalten. Unbedingt! Wohnungssuche. Jobsuche, überall. Man wird mit einem deutschen Namen überall besser/bevorzugt behandelt. Ich bin aus der Immobilien Branche und habe auch sehr viel Personal gemacht. Menschen mit ausländischen Namen haben viel schlechtere Chancen. 

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3. November um 19:48
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Den deutschen Namen behalten. Unbedingt! Wohnungssuche. Jobsuche, überall. Man wird mit einem deutschen Namen überall besser/bevorzugt behandelt. Ich bin aus der Immobilien Branche und habe auch sehr viel Personal gemacht. Menschen mit ausländischen Namen haben viel schlechtere Chancen. 

Ist das immer noch so? 

Ich gebe es zu, ich habe damit keine direkte Erfahrung, aber reichlich Kunden und Kollegen mit Namen, für die ich ziemlich Übung brauche, um sie erkennbar aussprechen zu können. Und viele Bekannte und Nachbarn, die in Firmen arbeiten wo schon gleich die Firmensprache englisch ist - auch wenn sie in DE arbeiten. 
Deswegen wundert mich das jetzt. 

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3. November um 19:50

Ich heiße Schneider mit Nachnamen. Bis jetzt hab ich weder immer die Wohnungen bekommen die ich wollte, noch die Jobs. Ich kenne komischerweise viele Menschen, die trotz ausländischen Nachnamen in richtigen Wohnungen (mit 4 Wänden und Dach!) leben und Jobs (nicht nur im Niedriglohnsektor) haben.

In 10 Jahren ist es auf Grund des zunehmenden Mulitkulti mit Sicherheit eher förderlich einen nicht-deutschen Nachnamen zu haben. Einziger Vorteil war bei mir bislang, dass ich meinen Nachnamen selten buchstabieren oder wiederholen musste. Wird in 10 Jahren vielleicht auch anders sein.

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3. November um 19:52
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Ist das immer noch so? 

Ich gebe es zu, ich habe damit keine direkte Erfahrung, aber reichlich Kunden und Kollegen mit Namen, für die ich ziemlich Übung brauche, um sie erkennbar aussprechen zu können. Und viele Bekannte und Nachbarn, die in Firmen arbeiten wo schon gleich die Firmensprache englisch ist - auch wenn sie in DE arbeiten. 
Deswegen wundert mich das jetzt. 

Spoiler: das ist natürlich auch kompletter Nonsense.

Wenn deutsche mit deutschen Nachnamen nicht jedes Mal ihren Traumjob, ihre Traumwohnung bekommen, woran liegt das eigentlich?

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3. November um 20:03
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Ist das immer noch so? 

Ich gebe es zu, ich habe damit keine direkte Erfahrung, aber reichlich Kunden und Kollegen mit Namen, für die ich ziemlich Übung brauche, um sie erkennbar aussprechen zu können. Und viele Bekannte und Nachbarn, die in Firmen arbeiten wo schon gleich die Firmensprache englisch ist - auch wenn sie in DE arbeiten. 
Deswegen wundert mich das jetzt. 

Ja ist leider so. Öffentlich sagt das keiner. Man bekommt dann die Vorgabe von den Chef wer eingeladen wird oder eine Zusage bekommt und wer nicht. Die mit ausländischen Namen sind fast immer raus. Habe tausende absagen ausgesprochen deswegen. Egal ob Wohnungen oder Jobs. Ich habe ja auch Migrationshintergrund und sofort den Namen meines Mannes angenommen. 

hierzu gibt es auch umfangreiche Statistiken im Internet 

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3. November um 20:45
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Ja ist leider so. Öffentlich sagt das keiner. Man bekommt dann die Vorgabe von den Chef wer eingeladen wird oder eine Zusage bekommt und wer nicht. Die mit ausländischen Namen sind fast immer raus. Habe tausende absagen ausgesprochen deswegen. Egal ob Wohnungen oder Jobs. Ich habe ja auch Migrationshintergrund und sofort den Namen meines Mannes angenommen. 

hierzu gibt es auch umfangreiche Statistiken im Internet 

Zumnidest in den Firmen, wo ich gearbeitet habe bzw. arbeite, kann ich das nicht bestätigen. Da waren Kollegen von mir oder ich selbst nämlich immer in den Bewerbungsprozess eingebunden. Nicht als Personaler sondern als fachliche Beurteilung. Ich habe auch zig Bewerbungssschreiben gesehen und mit sortiert. Und war bei vielen Vorstellungsgesprächen dabei. Diese Selektion gab es da nicht. Es gab
- taugt fachlich? 
- passt ins jeweilige Team?
- will mehr Geld, als die Firma zahlen will?
Geschlecht und Herkunft hingegen - ist mir nie aufgefallen, dass da je entsprechend selektiert wurde. 

Und wie gesagt: viele in meinem Umfeld arbeiten in deutschen Firmen, wo sich deutsch als Unternehmenssprache nicht mehr lohnt. 

Kann ich mir nur noch vorstellen, dass es an der Branche liegt, die meisten in meinem Umfeld sind in IT- /Technik- o. ä. Bereichen. Keiner, der bei einer Bank oder Versicherung arbeitet, jedenfalls. Mit der Klonarmee dort kann ich nichts anfangen. 

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3. November um 20:53
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Zumnidest in den Firmen, wo ich gearbeitet habe bzw. arbeite, kann ich das nicht bestätigen. Da waren Kollegen von mir oder ich selbst nämlich immer in den Bewerbungsprozess eingebunden. Nicht als Personaler sondern als fachliche Beurteilung. Ich habe auch zig Bewerbungssschreiben gesehen und mit sortiert. Und war bei vielen Vorstellungsgesprächen dabei. Diese Selektion gab es da nicht. Es gab
- taugt fachlich? 
- passt ins jeweilige Team?
- will mehr Geld, als die Firma zahlen will?
Geschlecht und Herkunft hingegen - ist mir nie aufgefallen, dass da je entsprechend selektiert wurde. 

Und wie gesagt: viele in meinem Umfeld arbeiten in deutschen Firmen, wo sich deutsch als Unternehmenssprache nicht mehr lohnt. 

Kann ich mir nur noch vorstellen, dass es an der Branche liegt, die meisten in meinem Umfeld sind in IT- /Technik- o. ä. Bereichen. Keiner, der bei einer Bank oder Versicherung arbeitet, jedenfalls. Mit der Klonarmee dort kann ich nichts anfangen. 

Ich bin aus der Versicherung, Immobilien und Finanzbranche.  Zudem war ich auch jahrelang im Arbeitsamt tätig. Das sind meine Erfahrungen und meine Realität. 

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3. November um 21:37
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Ich bin aus der Versicherung, Immobilien und Finanzbranche.  Zudem war ich auch jahrelang im Arbeitsamt tätig. Das sind meine Erfahrungen und meine Realität. 

Ja, dann verstehe ich es besser. Die Branche unterscheiden sich in vielem zu meiner Branche. Auch wenn es in der Finanz- und Versicherungsbranche auch genug IT-Jobs gibt: würde ich auch für doppeltes Gehalt und doppelte Urlaubstage nicht machen 😉 
Und nie wieder Gastronomie und keine Ärzte. 

Der Rest ist verhandelbar. 😁

Aber niemand muss in Deiner Branche arbeiten. Mit oder ohne ausländischen Namen nicht. Es hindert einen niemand daran, dort hin zu gehen, wo nach Fähigkeiten, Kompatibilität sortiert wird, statt nach Name, Aussehen, Geschlecht oder was auch immer. 

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3. November um 22:49
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Ja, dann verstehe ich es besser. Die Branche unterscheiden sich in vielem zu meiner Branche. Auch wenn es in der Finanz- und Versicherungsbranche auch genug IT-Jobs gibt: würde ich auch für doppeltes Gehalt und doppelte Urlaubstage nicht machen 😉 
Und nie wieder Gastronomie und keine Ärzte. 

Der Rest ist verhandelbar. 😁

Aber niemand muss in Deiner Branche arbeiten. Mit oder ohne ausländischen Namen nicht. Es hindert einen niemand daran, dort hin zu gehen, wo nach Fähigkeiten, Kompatibilität sortiert wird, statt nach Name, Aussehen, Geschlecht oder was auch immer. 

Es geht ja nicht nur um die Jobs, sondern auch um Immobilien. Bekommt man die Wohnung oder das Haus? Ist nicht alles so einfach leider. Und ich rede nicht nur von Miete. Es geht auch um Kauf. 

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4. November um 0:04
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Es geht ja nicht nur um die Jobs, sondern auch um Immobilien. Bekommt man die Wohnung oder das Haus? Ist nicht alles so einfach leider. Und ich rede nicht nur von Miete. Es geht auch um Kauf. 

Tja weißt Du, als ich die letzten beiden Male eine Wohnung gesucht hatte, hatte ich einen deutschen Namen, mein Mann auch (beim letzten Mal war es der gleiche 😉 ). Und ich war schwanger bzw. wir hatten ein kleines Kind- und zwei große Hunde. Wahlweise war eins von beidem oder beides ein k. o. Kriterium. Voll lustig. Ganz ohne ausländischen Namen. 

Hätten wir mal lieber kein Kind haben sollen und besser auf Haustiere verzichtet, damit wir den werten Vermietern genehmer sind, was? Nein. Es anderen Recht zu machen, ist immer der falsche Weg im Leben, wenn Du mich fragst. Und zum Glück haben wir 2020, nicht 1520. Es gibt immer eine Wahl. Und Vermieter, Verkäufer, Arbeitgeber, ... die kompatibel sind, auch wenn man nicht ins Lieblingsschema von anderen der Sorte passt. 

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4. November um 8:40
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Hallo, 
ich stehe kurz vor meiner Hochzeit mit meinem Verlobten der gebürtiger Brasilianer ist.
Eigentlich wollte ich seinen Namen annehmen der portugiesisch klingt. Er meinte jetzt es wäre evtl besser wenn ich und unsere 2 Kinder meinen "deutschen" Namen behalten und er seinen + meinen als Doppelnamen annimmt.
Sein Argument ist das er Angst hat das die Kinder später bei Bewerbungen und anderen Sachen mit einem ausländischen Namen benachteiligt werden könnten.
Ich persönlich fühle mich ihm näher und mehr als Familie wenn wir alle genau gleich heißen.
Habt ihr da Erfahrungen gemacht mit einem südländischen Nachnamen hier in Deutschland oder evtl auch durch eine Hochzeit?
Ich denke da momentan mehr an die Kinder als an mich, vor allem an meinen Sohn der den Namen ja wahrscheinlich /evtl für immer behält. 

Ich habe damals bei der Hochzeit den Nachnamen meines Mannes angenommen und heiße nun schon seit vielen Jahren Phatipatanawong. 

Das meine Kinder oder ich dadurch irgendwelche Nachteile hätten könnte ich jetzt nicht sagen. 
Ich habe trotz meines Nachnamens eine guten Job und eine schöne Wohnung. 
Auch gesellschaftlich habe ich keinerlei Probleme. 

 

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4. November um 11:41

Wir haben uns entschieden, unserem Sohn den (arabischen) Nachnamen seines Vaters zu geben. Aus meiner Familie kamen auch die Bedenken, ob damit Nachteile verbunden sein könnten. Ich schließe es gar nicht aus, dass manche Arbeitgeber den Nachnamen (bzw. die "Herkunft" als Ausschlusskriterium betrachten, aber möchte man für jemanden arbeiten, der einen aufgrund dessen von vornherein ablehnt? Und was ist, wenn er irgendwann im Ausland arbeiten möchte? Dann würde ihm der "deutsche" Nachname auch nicht viel bringen.

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4. November um 12:14
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Hallo, 
ich stehe kurz vor meiner Hochzeit mit meinem Verlobten der gebürtiger Brasilianer ist.
Eigentlich wollte ich seinen Namen annehmen der portugiesisch klingt. Er meinte jetzt es wäre evtl besser wenn ich und unsere 2 Kinder meinen "deutschen" Namen behalten und er seinen + meinen als Doppelnamen annimmt.
Sein Argument ist das er Angst hat das die Kinder später bei Bewerbungen und anderen Sachen mit einem ausländischen Namen benachteiligt werden könnten.
Ich persönlich fühle mich ihm näher und mehr als Familie wenn wir alle genau gleich heißen.
Habt ihr da Erfahrungen gemacht mit einem südländischen Nachnamen hier in Deutschland oder evtl auch durch eine Hochzeit?
Ich denke da momentan mehr an die Kinder als an mich, vor allem an meinen Sohn der den Namen ja wahrscheinlich /evtl für immer behält. 

Meine Schwester heißt mit Nachnamen Yildirim, ich Harada. 

Nachteile bezüglich unseres Nachnamens hatten wir noch nie. 

Allerdings finde ich es schlimm das man sich heutzutage um seinen Nachnamen sorgen muss aus Angst im Beruf oder bei der Wohnungssuche  schlechter dazustehen oder gar ausgegrenzt zu werden. 

Mensch ist Mensch. Egal welcher Name oder welche Herkunft. 
 

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4. November um 13:44
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Meine Schwester heißt mit Nachnamen Yildirim, ich Harada. 

Nachteile bezüglich unseres Nachnamens hatten wir noch nie. 

Allerdings finde ich es schlimm das man sich heutzutage um seinen Nachnamen sorgen muss aus Angst im Beruf oder bei der Wohnungssuche  schlechter dazustehen oder gar ausgegrenzt zu werden. 

Mensch ist Mensch. Egal welcher Name oder welche Herkunft. 
 

kein Mensch ist völlig frei von Vorurteilen und Schubladen.

Mag sein, dass wir uns das als Ideal wünschen, aber das ist mit Verlaub, nicht zu Ende gedacht. Wenn wir tatsächlich erst dann urteilen und entscheiden, wenn wir alles (wichtige) wissen, sind wir schlicht nicht lebensfähig.

Aber in diese "Falle" kann man in unzähligen Punkten und aus unzähligen "Gründen" laufen, die auszuschließen ist müßig.

Wie ich oben schon geschrieben habe: dann müßte man in Sachen Wohnungssuche auch auf Kind/er und Haustiere verzichten. Beispielsweise. Denn ja: ohne Kind/er und Haustiere ist es einfacher ein Wohnung zu finden, mit einem oder gar beidem steht man ganz real schlechter da. Beide werden oft genug schlichtweg nur als "Problem in Spe" angesehen. Ja, sorry, aber "Ihr mich auch mal, liebe Vermieter" - ich richte nicht mein Leben nach sowas aus. Weder was meinen Nachnamen noch unser Kind noch Hund/e betrifft. Es gibt auch Vermieter, die Hunde mögen und selbst Kind/er haben. Bei denen werde ich dann mit Hund und Kind wohl bevorzugt. Es gibt auch Arbeitgeber, die sich um ein internationales Umfeld bemühen. Oder vielleicht gerade Geschäftsbeziehungen nach xxx aufbauen, wo jemand, der einen Bezug zur Kultur hat, logischer Weise bevorzugt werden würde, gerade weil er / sie nicht "Müller" heißt.

Nein, man muss sich nicht sorgen. Du sagst doch selbst - Du hattest noch nie Probleme, wie passt das zu dem Satz, dass man sich sorgen müsste?

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17. November um 19:22

Ich bin Ingenieurin. Aus eigener Anschauung möchte ich mich einigen meiner Vorredner*innen anschließen. Es gibt durchaus Unternehmen, genauer gesagt Abteilungen, in denen ganz spezifisch Menschen mit Migrationshintergrund eingestellt werden, zum Beispiel zur Besetzung von Stellen, in denen Fremdsprachen oder interkulturelle Kompetenzen im Allgemeinen erforderlich sind. Aber das Unternehmen könnte auch denken, dass es bei Ausländer*innen Geld sparen kann. Doch leider ist ein undeutscher Name ein ziemlich deutliches Hindernis, insbesondere bei der Wohnungssuche. Ich würde auch nie angeben, dass ich ein Musikinstrument spiele.

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