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Ausbildung - oder nicht?

10. September um 10:57

eigentlich habe ich in den letzten 10, 15 Jahren recht begeistert verfolgt, wie die Bedeutung der Ausbildung(en) immer mehr zurück geht.
In so vielen Branchen arbeiten "Quereinsteiger", die eigentlich etwas ganz anderes gelernt haben - oder teilweise gar keine abgeschlossene Ausbildung haben. Finde ich eigentlich wirklich toll. Vor allem auch aus 2 Gründen - a) auch wenn ich in einem Bereich arbeite, den ich ursprünglich studiert habe - so vieles, was ich wirklich brauche, war da nie dabei. So viel verändert sich so schnell, dass ich eh ständig lerne. Ok, dass ich alle Grundlagen auch mal hatte, hilft schon, aber so dass ich ohne nicht klar kommen würde? Eher nicht.
b) es gibt so viele, die bei unserem Schul- und Ausbildungssystem einfach "durchs Raster fallen" - ohne dass das heißt, dass sie keinen guten Job machen könnten.
Ich sehe das bei uns im Unternehmen, bei Kollegen in anderen Unternehmen - da ist fast die Hälfte, die in einem Job arbeitet, den sie nie gelernt haben. Und die machen keinen schlechteren Job als die Kollegen mit Studium / Ausbildung.

Nun habe ich aber gestern einen Artikel gelesen, dass in den USA die deutsche Ausbildung gerade groß in Mode kommt und die unser Ausbildungssystem ja soooooooo toll finden.
Warum? *grübel*

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10. September um 10:58

P.S.: ja, bei einigen Berufen (Arzt, Anwalt, ... ) geht es auch aus meiner Sicht nicht ohne Ausbildung / Studium, keine Frage.

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12. September um 21:01
In Antwort auf avarrassterne1

eigentlich habe ich in den letzten 10, 15 Jahren recht begeistert verfolgt, wie die Bedeutung der Ausbildung(en) immer mehr zurück geht.
In so vielen Branchen arbeiten "Quereinsteiger", die eigentlich etwas ganz anderes gelernt haben - oder teilweise gar keine abgeschlossene Ausbildung haben. Finde ich eigentlich wirklich toll. Vor allem auch aus 2 Gründen - a) auch wenn ich in einem Bereich arbeite, den ich ursprünglich studiert habe - so vieles, was ich wirklich brauche, war da nie dabei. So viel verändert sich so schnell, dass ich eh ständig lerne. Ok, dass ich alle Grundlagen auch mal hatte, hilft schon, aber so dass ich ohne nicht klar kommen würde? Eher nicht.
b) es gibt so viele, die bei unserem Schul- und Ausbildungssystem einfach "durchs Raster fallen" - ohne dass das heißt, dass sie keinen guten Job machen könnten.
Ich sehe das bei uns im Unternehmen, bei Kollegen in anderen Unternehmen - da ist fast die Hälfte, die in einem Job arbeitet, den sie nie gelernt haben. Und die machen keinen schlechteren Job als die Kollegen mit Studium / Ausbildung.

Nun habe ich aber gestern einen Artikel gelesen, dass in den USA die deutsche Ausbildung gerade groß in Mode kommt und die unser Ausbildungssystem ja soooooooo toll finden.
Warum? *grübel*

Ich denke schon, dass es bei vielen Berufen notwendig ist, eine richtige Ausbildung zu machen. Ob das immer drei Jahre sein müssen, sei mal dahin gestellt.

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12. September um 22:44

In Österreich gibt es diesen Trend so gut wie gar nicht. Ohne Nachweis einer Ausbildung kann man nur Billigjobs machen wie zum Beispiel Regale einräumen im Supermarkt, Callcenter, Burgerladen, Putzen, Solarium, Flyer verteilen usw. Sogar für jeden noch so stupiden Bürojob wird eine kaufmännische Lehre verlangt oder sogar eine HAK (Handelsakadamie, das ist eine höhere berufsbildende Schule mit Matura). So steht das auch in jeder Stellenanzeige drin. In Österreich ist man absolut titel- und wischgeil. Für jeden Furz braucht man irgendeinen Wisch, der belegt, dass man sogar die allereinfachsten Dinge erlernt hat.

Ich könnte zum Beispiel niemals in einem Frisiersalon Kunden die Haare färben, obwohl ich das mittlerweile besser kann als so manche gelernte Friseurin. Das Wissen dazu habe ich mir nämlich selbst angeeignet, aber nie eine Lehre gemacht. Würde ich mich in einem Frisiersalon bewerben, dürfte ich maximal Haare waschen und zusammenkehren.

Wenn man in der IT einsteigen will, braucht man heute normalerweise ein Informatikstudium, da reicht noch nicht mal eine Lehre. Man braucht auch noch diverse Zertifizierungen. Diese Lehrgänge, die man bei Bildungsinstituten wie Wifi oder bfi absolvieren kann, werden übrigens von den Arbeitgebern nicht ernst genommen und belächelt.

Die einzige Ausnahme, wie man als Quereinsteiger Fuß fassen kann ist, dass man schon jahrelang in der Branche gearbeitet hat, wenn man sich für eine Stelle bewirbt. Da zählt dann die Berufserfahrung mehr als die Ausbildung, die man mal gemacht hat. So war das bei mir. Ich bin durch Zufall zur IT gekommen und angefangen habe ich auch erst einmal im Callcenter an der technischen Hotline - das war nämlich das Einzige, das ohne Ausbildung möglich war. Ich habe mich dann damals firmenintern weiterentwickelt, bis ich in dem Bereich war, wo ich jetzt angelangt bin und mit dieser Basis habe ich mich dann in anderen Unternehmen beworben und bin so zu meiner jetzigen Stelle gekommen. Frisch von der Schule und mit meiner Berufsausbildung in einem ganz anderen Bereich hätte ich das nie geschafft.

Es wäre sogar jetzt nach all den Jahren schwierig, wieder in dem Beruf zu arbeiten, den ich eigentlich erlernt habe - auch hier fehlen die anerkannten Weiterbildungsmöglichkeiten. Ich könnte lediglich ein Studium in diesem Bereich absolvieren, aber ob ich das jemals noch mache, ist fraglich.

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12. September um 22:58
In Antwort auf avarrassterne1

P.S.: ja, bei einigen Berufen (Arzt, Anwalt, ... ) geht es auch aus meiner Sicht nicht ohne Ausbildung / Studium, keine Frage.

Vor allem muss man auch das Talent mitbringen. Ich könnte ums Verrecken keine Chirurgin werden, da kann ich noch so lange studieren. Dafür sehe ich zu schlecht und bin ich viel zu grobmotorisch.

Aber sehr viele Dinge kann man auch mit einer guten Einschulung und Einarbeitungszeit lernen. Bürotätigkeiten zum Beispiel oder kochen, servieren, Rezeptionstätigkeiten, auch viele handwerkliche Tätigkeiten, wenn man Geschick besitzt.

Ich bin diagnostisch mittlerweile bei Katzen- und Pferdeerkrankungen sehr gut unterwegs. Ich kann meistens auch sagen, wie man die Krankheiten behandelt. Was ich nicht kann, ist Operationen durchführen, das würde ich mich nicht trauen. Ich kann auch super Haare färben, ich bringe auch Strähnchentechniken hin. Nur schneiden kann ich nicht.

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13. September um 0:33
In Antwort auf avarrassterne1

eigentlich habe ich in den letzten 10, 15 Jahren recht begeistert verfolgt, wie die Bedeutung der Ausbildung(en) immer mehr zurück geht.
In so vielen Branchen arbeiten "Quereinsteiger", die eigentlich etwas ganz anderes gelernt haben - oder teilweise gar keine abgeschlossene Ausbildung haben. Finde ich eigentlich wirklich toll. Vor allem auch aus 2 Gründen - a) auch wenn ich in einem Bereich arbeite, den ich ursprünglich studiert habe - so vieles, was ich wirklich brauche, war da nie dabei. So viel verändert sich so schnell, dass ich eh ständig lerne. Ok, dass ich alle Grundlagen auch mal hatte, hilft schon, aber so dass ich ohne nicht klar kommen würde? Eher nicht.
b) es gibt so viele, die bei unserem Schul- und Ausbildungssystem einfach "durchs Raster fallen" - ohne dass das heißt, dass sie keinen guten Job machen könnten.
Ich sehe das bei uns im Unternehmen, bei Kollegen in anderen Unternehmen - da ist fast die Hälfte, die in einem Job arbeitet, den sie nie gelernt haben. Und die machen keinen schlechteren Job als die Kollegen mit Studium / Ausbildung.

Nun habe ich aber gestern einen Artikel gelesen, dass in den USA die deutsche Ausbildung gerade groß in Mode kommt und die unser Ausbildungssystem ja soooooooo toll finden.
Warum? *grübel*

Ich wuerde nicht sagen, dass die deutsche Ausbildung hier gerade groß in Mode ist. 

Es gibt aber ein Programm bei dem es in erster Linie um “learn and earn” geht. 

Das ist hier bitter noetig. Fuer ganz viele “Ausbildungen” muss man sehr teure Kurse belegen. 

Mit learn and earn moechte man es leichter fuer machen Faehigkeiten zu lernen, waehrend man Geld verdient und ohne mit Schulden aus diesen Kursen zu gehen. 

Fuer mich ist das positiv. 

Ich finde die deutschen Ausbildungen gut. Ich moechte nicht, dass ein Elektriker bei mir im Haus rumprobiert ohne eine Ausbildung.

Auch im Krankenhaus, Altenheim, überhaupt im Pflegebereich sind gute Ausbildungen so wichtig. 

 

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13. September um 7:53
In Antwort auf evaeden

Ich wuerde nicht sagen, dass die deutsche Ausbildung hier gerade groß in Mode ist. 

Es gibt aber ein Programm bei dem es in erster Linie um “learn and earn” geht. 

Das ist hier bitter noetig. Fuer ganz viele “Ausbildungen” muss man sehr teure Kurse belegen. 

Mit learn and earn moechte man es leichter fuer machen Faehigkeiten zu lernen, waehrend man Geld verdient und ohne mit Schulden aus diesen Kursen zu gehen. 

Fuer mich ist das positiv. 

Ich finde die deutschen Ausbildungen gut. Ich moechte nicht, dass ein Elektriker bei mir im Haus rumprobiert ohne eine Ausbildung.

Auch im Krankenhaus, Altenheim, überhaupt im Pflegebereich sind gute Ausbildungen so wichtig. 

 

es geht ja auch nicht darum, dass man Dinge tut, von denen man keine Ahnung hat.

Dann hätte ich mit meinen Kollegen ohne Ausbildung sicher auch ein ziemliches Problem.
Die sind aber nicht schlechter in ihrem Job als die, die in diesem Bereich eine Ausbildung (sei es Studium oder inzwischen auch Lehre) haben. Und wir sind ITler, keine Regaleinräumer im Supermarkt. Da gehört schon auch einiges mehr an Wissen, Verständnis, Arbeitsweise etc. dazu. Und ja, wenn wir einen Fehler machen, kann das auch ganz schnell ziemlich teuer werden.

Auf genau dieses "learn and earn" - Programm bezog sich der Artikel, den ich meinte, ja. Wurde da als Kopie unseres Prinzips der dualen Ausbildung beschrieben, das ursprünglich von deutschen Firmen (v.a. Bosch wurde genannt) in die USA "eingeschleppt" wurde, dort aber bis vor kurzem nie richtig Fuß fassen konnte (obwohl College-Ausbildung für die meisten mit immensen Schulden endet und es ansonsten nur "ungelernt" gab), jetzt aber voll auf dem aufsteigenden Ast ist.

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13. September um 7:56
In Antwort auf lunaviolet99

Vor allem muss man auch das Talent mitbringen. Ich könnte ums Verrecken keine Chirurgin werden, da kann ich noch so lange studieren. Dafür sehe ich zu schlecht und bin ich viel zu grobmotorisch.

Aber sehr viele Dinge kann man auch mit einer guten Einschulung und Einarbeitungszeit lernen. Bürotätigkeiten zum Beispiel oder kochen, servieren, Rezeptionstätigkeiten, auch viele handwerkliche Tätigkeiten, wenn man Geschick besitzt.

Ich bin diagnostisch mittlerweile bei Katzen- und Pferdeerkrankungen sehr gut unterwegs. Ich kann meistens auch sagen, wie man die Krankheiten behandelt. Was ich nicht kann, ist Operationen durchführen, das würde ich mich nicht trauen. Ich kann auch super Haare färben, ich bringe auch Strähnchentechniken hin. Nur schneiden kann ich nicht.

eben, genau sowas meine ich.

Das "titel- und wischgeil" war bei uns lange, lange auch so.
Dann kam der Fachkräftemangel und die ersten haben angefangen, darüber nachzudenken, ob es nicht eigentlich wichtiger ist, was jemand heute kann und wie er sich entwickeln kann, als welche Zettel er in die Bewerbungsmappe stopfen kann - und das ist eigentlich immer mehr geworden.

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13. September um 8:09
In Antwort auf avarrassterne1

es geht ja auch nicht darum, dass man Dinge tut, von denen man keine Ahnung hat.

Dann hätte ich mit meinen Kollegen ohne Ausbildung sicher auch ein ziemliches Problem.
Die sind aber nicht schlechter in ihrem Job als die, die in diesem Bereich eine Ausbildung (sei es Studium oder inzwischen auch Lehre) haben. Und wir sind ITler, keine Regaleinräumer im Supermarkt. Da gehört schon auch einiges mehr an Wissen, Verständnis, Arbeitsweise etc. dazu. Und ja, wenn wir einen Fehler machen, kann das auch ganz schnell ziemlich teuer werden.

Auf genau dieses "learn and earn" - Programm bezog sich der Artikel, den ich meinte, ja. Wurde da als Kopie unseres Prinzips der dualen Ausbildung beschrieben, das ursprünglich von deutschen Firmen (v.a. Bosch wurde genannt) in die USA "eingeschleppt" wurde, dort aber bis vor kurzem nie richtig Fuß fassen konnte (obwohl College-Ausbildung für die meisten mit immensen Schulden endet und es ansonsten nur "ungelernt" gab), jetzt aber voll auf dem aufsteigenden Ast ist.

Es stimmt nicht, dass es außer College Abschluessen nur ungelernte Kraefte gibt. 

Es gibt auch hier Trade and Vocational Schools. Dort kann man alle moeglichen Berufe lernen. Aber man bezahlt dafuer. Das koennen sich viele gar nicht leisten.

Deshalb sind learn and earn Ausbildungen natuerlich besser. Erst mal bekommt man mehr praktische Erfahrung und arbeitet schon in dem Beruf....und dann bekommt man auch noch Geld und steht am Ende der Ausbildung nicht mit Schulden da. 

Lernen muss man einen Beruf so oder so...auch wenn man keine formelle Ausbildung macht. Warum also nicht die klassische Ausbildung bei der man bestimmte Standards einhalten muss. Das ist gut fuer den Auszubildenden...er geht mit dem noetigen Faehigkeiten ins Berufsleben. Das ist auch gut fuer Arbeitgeber. Sie wissen was sie von jemanden erwarten koennen der eine bestimmte Ausbildung abgeschlossen hat. 
 

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13. September um 9:36
In Antwort auf evaeden

Es stimmt nicht, dass es außer College Abschluessen nur ungelernte Kraefte gibt. 

Es gibt auch hier Trade and Vocational Schools. Dort kann man alle moeglichen Berufe lernen. Aber man bezahlt dafuer. Das koennen sich viele gar nicht leisten.

Deshalb sind learn and earn Ausbildungen natuerlich besser. Erst mal bekommt man mehr praktische Erfahrung und arbeitet schon in dem Beruf....und dann bekommt man auch noch Geld und steht am Ende der Ausbildung nicht mit Schulden da. 

Lernen muss man einen Beruf so oder so...auch wenn man keine formelle Ausbildung macht. Warum also nicht die klassische Ausbildung bei der man bestimmte Standards einhalten muss. Das ist gut fuer den Auszubildenden...er geht mit dem noetigen Faehigkeiten ins Berufsleben. Das ist auch gut fuer Arbeitgeber. Sie wissen was sie von jemanden erwarten koennen der eine bestimmte Ausbildung abgeschlossen hat. 
 

weil das zu viele ausschließt, die ihr Wissen eben NICHT auf diesem Wege erwerben.

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13. September um 12:32
In Antwort auf avarrassterne1

eben, genau sowas meine ich.

Das "titel- und wischgeil" war bei uns lange, lange auch so.
Dann kam der Fachkräftemangel und die ersten haben angefangen, darüber nachzudenken, ob es nicht eigentlich wichtiger ist, was jemand heute kann und wie er sich entwickeln kann, als welche Zettel er in die Bewerbungsmappe stopfen kann - und das ist eigentlich immer mehr geworden.

Jo, da sind wir jetzt gerade in Österreich. Dieser Artikel zeigt es ganz deutlich:

https://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5495270/Wo-in-Oesterreich-die-Facharbeiter-fehlen

Und was suchen die Unternehmen?
Handwerker und Menschen mit Lehrabschluss.

Personen ohne bestimmte Abschlüsse (außer Pflichtschule) aber mit praktischer Berufserfahrung sind möglicherweise eine Alternative, Personen ohne bestimmte Abschlüsse (außer Pflichtschule) und ohne praktische Berufserfahrung eher nicht, wie die zweite Grafik zeigt.

Ja - nur wie sollen die Leute praktische Berufserfahrung sammeln, wenn man sie diese nicht erwerben lässt, weil man sie ohne diese gar nicht erst einstellt?

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13. September um 12:35
In Antwort auf avarrassterne1

weil das zu viele ausschließt, die ihr Wissen eben NICHT auf diesem Wege erwerben.

Ich verstehe ja nicht, warum man Bewerber bei der Einstellung nicht einfach bestimmte Tests durchführen lässt. Dann sieht man ja eh, ob sie das Wissen oder die nötigen Fertigkeiten für die Tätigkeit haben - ganz unabhängig davon, ob sie nun eine anerkannte Ausbildung in diesem Bereich absolviert haben oder nicht.

Das kann ja ruhig ein praktischer Test sein - die Bewerber könnten beispielsweise im handwerklichen Bereich ein bestimmtes Werkstück herstellen. Auch probearbeiten (gegen Bezahlung natürlich) wäre eine Möglichkeit.

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13. September um 12:44
In Antwort auf avarrassterne1

weil das zu viele ausschließt, die ihr Wissen eben NICHT auf diesem Wege erwerben.

Und anstatt dass man jetzt denen eine Chance gibt, die vielleicht etwas können, ohne einen Ausbildungsabschluss erworben zu haben oder Arbeitslose umzuschulen, holt man sich die Facharbeiter aus anderen Ländern - während die Arbeitslosigkeit in Österreich nach wie vor hoch ist.

https://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5495277/Wie-die-Regierung-den-Fachkraeftemangel-bekaempfen-will

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13. September um 12:47
In Antwort auf lunaviolet99

Jo, da sind wir jetzt gerade in Österreich. Dieser Artikel zeigt es ganz deutlich:

https://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5495270/Wo-in-Oesterreich-die-Facharbeiter-fehlen

Und was suchen die Unternehmen?
Handwerker und Menschen mit Lehrabschluss.

Personen ohne bestimmte Abschlüsse (außer Pflichtschule) aber mit praktischer Berufserfahrung sind möglicherweise eine Alternative, Personen ohne bestimmte Abschlüsse (außer Pflichtschule) und ohne praktische Berufserfahrung eher nicht, wie die zweite Grafik zeigt.

Ja - nur wie sollen die Leute praktische Berufserfahrung sammeln, wenn man sie diese nicht erwerben lässt, weil man sie ohne diese gar nicht erst einstellt?

Ja - nur wie sollen die Leute praktische Berufserfahrung sammeln, wenn man sie diese nicht erwerben lässt, weil man sie ohne diese gar nicht erst einstellt?

=> in DE

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13. September um 12:49
In Antwort auf lunaviolet99

Ich verstehe ja nicht, warum man Bewerber bei der Einstellung nicht einfach bestimmte Tests durchführen lässt. Dann sieht man ja eh, ob sie das Wissen oder die nötigen Fertigkeiten für die Tätigkeit haben - ganz unabhängig davon, ob sie nun eine anerkannte Ausbildung in diesem Bereich absolviert haben oder nicht.

Das kann ja ruhig ein praktischer Test sein - die Bewerber könnten beispielsweise im handwerklichen Bereich ein bestimmtes Werkstück herstellen. Auch probearbeiten (gegen Bezahlung natürlich) wäre eine Möglichkeit.

ja, gerade das mit dem Probearbeiten finde ich eine prima Sache und für beide Seiten um Welten hilfreichen als irgend ein Zettel mit wichtigen Stempeln.

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13. September um 14:19
In Antwort auf avarrassterne1

Ja - nur wie sollen die Leute praktische Berufserfahrung sammeln, wenn man sie diese nicht erwerben lässt, weil man sie ohne diese gar nicht erst einstellt?

=> in DE

"Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?"

Irgendwer müsste den Arbeitslosen die Wohnmöglichkeit und den Umzug nach Deutschland bezahlen. Fragt sich nur, wer.

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13. September um 14:22
In Antwort auf avarrassterne1

ja, gerade das mit dem Probearbeiten finde ich eine prima Sache und für beide Seiten um Welten hilfreichen als irgend ein Zettel mit wichtigen Stempeln.

Das Problem ist nur, dass das oft von den Arbeitgebern ausgenutzt wird. Sie holen sich Leute zum Probearbeiten, weil sie gerade kurzfristigen Personalmangel haben aufgrund Abwesenheiten wir Urlaube oder Krankenstände. Es ist eigentlich gar kein Job zu vergeben und man verabschiedet die Leute dann gleich wieder, wenn man sie nicht mehr braucht. Dabei könnte man das durch befristete Stellen (Ferialjobs) lösen.

Manchmal redet man den Bewerbern auch ein, sie müssten gratis arbeiten (was natürlich Blödsinn ist).

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13. September um 14:22
In Antwort auf evaeden

Es stimmt nicht, dass es außer College Abschluessen nur ungelernte Kraefte gibt. 

Es gibt auch hier Trade and Vocational Schools. Dort kann man alle moeglichen Berufe lernen. Aber man bezahlt dafuer. Das koennen sich viele gar nicht leisten.

Deshalb sind learn and earn Ausbildungen natuerlich besser. Erst mal bekommt man mehr praktische Erfahrung und arbeitet schon in dem Beruf....und dann bekommt man auch noch Geld und steht am Ende der Ausbildung nicht mit Schulden da. 

Lernen muss man einen Beruf so oder so...auch wenn man keine formelle Ausbildung macht. Warum also nicht die klassische Ausbildung bei der man bestimmte Standards einhalten muss. Das ist gut fuer den Auszubildenden...er geht mit dem noetigen Faehigkeiten ins Berufsleben. Das ist auch gut fuer Arbeitgeber. Sie wissen was sie von jemanden erwarten koennen der eine bestimmte Ausbildung abgeschlossen hat. 
 

p.s.: danke für die Infos, Du hast mein Wissen über das Bildungssystem in den USA vermutlich locker verdoppelt

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13. September um 14:26
In Antwort auf lunaviolet99

Das Problem ist nur, dass das oft von den Arbeitgebern ausgenutzt wird. Sie holen sich Leute zum Probearbeiten, weil sie gerade kurzfristigen Personalmangel haben aufgrund Abwesenheiten wir Urlaube oder Krankenstände. Es ist eigentlich gar kein Job zu vergeben und man verabschiedet die Leute dann gleich wieder, wenn man sie nicht mehr braucht. Dabei könnte man das durch befristete Stellen (Ferialjobs) lösen.

Manchmal redet man den Bewerbern auch ein, sie müssten gratis arbeiten (was natürlich Blödsinn ist).

ich habe die Probearbeit auch gratis gemacht. Für 2 Wochen finde ich das ok.
"Überbrücken" kann man mit 2 Wochen aber kaum einen Engpass im Betrieb. So lange dauert ja die Einarbeitung schon. Mindestens. Und in der Einarbeitsungszeit verursacht jeder Kollege mehr Kosten als Nutzen und vertieft Engpässe eher, als er sie löst, weil alle anderen den Erklärbär spielen statt Aufgaben abzuarbeiten.

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13. September um 14:32
In Antwort auf avarrassterne1

ich habe die Probearbeit auch gratis gemacht. Für 2 Wochen finde ich das ok.
"Überbrücken" kann man mit 2 Wochen aber kaum einen Engpass im Betrieb. So lange dauert ja die Einarbeitung schon. Mindestens. Und in der Einarbeitsungszeit verursacht jeder Kollege mehr Kosten als Nutzen und vertieft Engpässe eher, als er sie löst, weil alle anderen den Erklärbär spielen statt Aufgaben abzuarbeiten.

Das ist in Österreich aber eben nicht erlaubt und an die Gesetze hat sich ein Unternehmen nunmal zu halten - ob es ihm passt oder nicht!

Probezeit ist in Österreich immer mindestens einen Monat lang, manchmal auch mehrere Monate lang. Eingeschult wird eine Woche intensiv und dann wird man ins kalte Wasser geworfen.

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