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Arbeit und Privatleben

8. Februar 2017 um 9:56

Ich schaue mittlerweile so wenig Fernsehen, weil dort nur Quatsch und Blödsinn läuft. Zeitung lese ich nie.

Und dennoch habe ich einen "schlauen" Satz vom Bekannten gehört, "es wird doch heute normal sein, dass ein Mann Abends von der Arbeit Heim kommt, sich 2 Stunden mit seinen Kindern beschäftigt, sich gegen 23 Uhr nochmal an den PC setzt um zu arbeiten." So ähnlich war der Satz... von wem genau, weiß ich nicht. Ein Bekannter hat mir den Satz so gesagt.

Zu mir:
Ich bin ein Mann, verheiratet und wir haben einen 8 Monate alten Sohn.
Meine Frau bleibt 2 Jahre für unseren Sohn Daheim (Elternzeit), obwohl sie ständig von ihrem Arbeitgeber genervt wird.
Ich arbeite Vollzeit, plane meine Arbeit selbst ein. ab und zu bin ich unterwegs, vieles erledige ich aus dem Büro. Könnte also auch von Daheim aus arbeiten, jedoch möchte das der Arbeitgeber nicht. Jeder von uns hat sein eigenes Projekt, das zu einem bestimmten Termin erledigt werden muss. Die Termine orientieren sich nur nach unserem Kunden. Oft überschneiden sich auch einige Termine, so dass Überstunden keine Seltenheit sind. Im Monat komme ich etwa auf 30 Überstunden. Wenn ich krank bin oder Urlaub habe, bleibt die Arbeit liegen, da es keine Vertretungen gibt. Letztes Jahr war ich 4 Wochen Daheim, hatte wegen der Geburt Urlaub genommen. Die Zeit wieder reinzuholen war extrem stressig für mich. Dem Chef hat das natürlich gar nicht gepasst, obwohl er weiß, ich hätte auch Elternzeit nehmen können, dann wäre ich aber mindestens 8 Wochen weg.

Meinen letzten Urlaub hatte ich im Juni 2016, den neuen habe ich für August 2017 (2 Wochen) beantragt, da es meine Terminplanung nicht eher zulässt. Von den letzten Jahren habe ich noch 48 Tage Resturlaub und jeden Monat 150 Überstunden, da alles was über 150 geht, automatisch ausbezahlt wird.

Von der Frau höre ich auch ständig, Mensch nimm doch Urlaub, aber es ist wirklich nicht einfach. Hinterher habe ich immer viel mehr Stress, weil die arbeit liegen bleibt. Unseren Chef ist das mehr oder weniger egal. Er sagt immer, ja das müssen wir ändern, es passiert aber nichts.
Er hat eigentlich schon reagiert: Er möchte dass wir einen neuen Arbeitvertrag unterschreiben, wo drin steht, dass unser Resturlaub verfällt. Im persönlichen Gespräch meinte er, er verfällt natürlich nicht, sein Ziel ist halt, dass die Leute endlich ihren Urlaub nehmen.
Und er weiß es selbst, wie schwer das für uns ist. Bei Urlaubsbeantragung fragt er schließlich selbst, ob es zeitlich momentan drin ist, ob alle Aufräge abgeschlossen sind.
Obendrauf hat jeder von uns auch mal eine ganze woche Bereitschaft, wobei unser Chef eher möchte, dass die leute auch ans telefon gehen, wenn sie gerade nicht Bereitschaft haben.

Arbeit in dieser Richtung zu finden ist bei uns schwer, dafür müssten wir wegziehen. Das kommt aber wegen unserem Haus gar nicht in Frage. Aber wo man sich bei uns umhört, es scheint in jeder Firma gleich zu sein. Also ist ein Jobwechsel sinnlos.

Und dann hört man eben auch so einen Satz, dass man noch Nachts arbeiten soll
Ein Witz...

Und dabei verbringe ich so gerne Zeit mit der Familie...

Wie ist es bei euch so? Was sagt ihr zur momentanen Arbeitspolitik?

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8. Februar 2017 um 10:27

Es ist echt sauschwer. Wenn dann müsste ich in irgendeiner Form umschulen, wo dann auch wirklich das Geld fehlt. Mir würde auch spontan ein Beruf einfallen, den ich privat als Laie hobbymäßig ausübe. Nur - ein Betrieb auf dem Gebiet (Karosseriebau) ist relativ weit weg. Ich würde da also meine Familie noch weniger sehen. Ich sage mal, um meine Familie mehr zu sehen und weniger Stress zu haben, müsste ich fast als Bäcker arbeiten. So schlecht ist es bei uns in der Gegend auf dem Arbeitsmarkt.

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8. Februar 2017 um 10:32

naja, bei mir im Moment auf der Grenze - was aber auch am langen Arbeitsweg liegt.
Komme so auf 40-42 Wochenstunden, bin aber Mo-Fr 6-18 Uhr aus dem Haus.

Homeoffice ist bei uns möglich, aber so weit, dass es, wie ich es von Bekannten und einigen unserer Kunden kenne, dass das einen Tag pro Woche ist, leider auch noch nicht. Nehme ich dennoch gern in Anspruch, bei meinem Arbeitsweg lohnt sich das unendlich.
Ansonsten gibt es selten (3-4 mal im Jahr) auch Nachtschichten bei uns, die kann ich aber immer von zu Hause aus machen und nach Feierabend ist auch Feierabend, im Urlaub ist auch Urlaub. Dass ich da noch angerufen werde, weil es echt brennt - ist auch seltener als 5x im Jahr.
Damit, meinen Urlaub auch zu nehmen, habe ich keine Probleme.

Also: eigentlich kann (und will!) ich nicht klagen. Viel Zeit für die Familie bleibt dennoch nicht.

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9. Februar 2017 um 21:15

Bei mir geht es so. Ich habe auch einen relativ langen Weg zur Arbeit und bin von 0615 Uhr bis 1730 Uhr außer Haus, wenn ich keine Überstunden mache. Die Überstunden halten sich in Grenzen, die baue ich an Brückentagen oder wenn ich was privates zu erledigen habe, ab. Das funktioniert ganz gut, da ich meine Arbeit mir selbst einteilen kann und keinen Kundenkontakt habe. Gleitzeit ist für mich sehr wichtig, damit ein Termin in einem Ambt nicht zum Drama wird. Fernsehen schaue ich nicht viel wegen des vielen Blödsinns (da gebe ich gilles1983 recht), allerdings lese ich die Tageszeitung bei meiner Fahrt von und zur zur Arbeit. Meine Hausarbeit stopfe ich dann in den „Feierabend“, so dass ich am Wochenende frei habe und das machen kann, was ich will. Da ist natürlich keine Zeit sich um 2300 Uhr für zwei Stunden an den Rechner zu setzen, da hätte ich keine Lust dazu. Und von halb zwei bis halb sechs schlafen ist etwas wenig.


Von Heimarbeit halte ich nicht viel. Einen Arbeitsplatz zu Hause habe ich gar nicht; diesen geistigen Erguss schreibe ich am Küchentisch. Ich kann mich auch nicht zur konzentrierten Arbeit zu Hause motivieren da habe ich zu viele Ablenkungen. Das Privatleben wird dann zu sehr mit der Arbeit verbunden. Sie „verschmiert“ dann über 16 Stunden und es wird so viel geschafft, wie in acht Stunden im Büro. Da sind mir dann die zwei Stunden Weg lieber und habe klare Verhältnisse.


Urlaub über zwei Wochen ist allerdings ein Problem in der Firma, mit dem ich aber gut klar komme. Das ist mir lieber als einmal im Jahr fünf oder sechs Wochen Urlaub und dann das ganze Jahr dann nichts mehr.


Es ist sehr schwer geworden, Arbeit mit einer 40-Stunden-Woche zu finden um einerseits nicht jeden Cent so lange umdrehen zu müssen, bis ein Draht daraus wird, andererseits auch die Möglichkeit zu haben, privaten Interessen nachzugehen. Häufig sind es entweder 0 Stunden oder 70. Somit bin ich mit meiner Lage sehr zufrieden.

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11. Februar 2017 um 20:23

Das kommt auf die Firma an, ob sie das Gesetz anwendet oder nicht. In meiner verfällt nichts. Ich nehme meinen Resturlaub des Vorjahres oft erst zu Pfingsten.

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