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An die Medizinfachleute unter Euch

16. Januar 2004 um 22:56

Hallo Ihr Lieben,

ich habe eine Frage - ist aber evtl. noch nicht mal aus dem Bereich Medizin und ich weiss auch nicht, ob ich hier im Forum richtig bin - vielleicht hätte ich es doch im Forum Gesundheit posten sollen.

Also: es gibt doch auch für Deutsche die Möglichkeit, in das niederländische Sterbehilfe-Programm aufgenommen zu werden, oder? Somit kann man dann auch als Deutscher später Sterbehilfe bekommen, auch wenn das hier in D nicht erlaubt ist.
Weiss jemand, an wen man sich zuerst wenden muss?
Muss ich die niederländische Regierung bzw. deren Gesundheitsministerium sofort kontaktieren?
Muss ich über die deutsche Regierung gehen? Muss ich mich an bestimmte Ärzte direkt wenden?

Und wie läuft es dann, wenn es soweit ist? Muss man dann in die Niederlande reisen? Kommt ein holländischer Arzt zu einem nach Hause bzw. ins Krankenhaus? Oder macht das dann ein deutscher Arzt im Auftrag der holländischen Regierung?
Ich weiss, viele Fragen auf einmal.
Ich habe eh vor, meinen Arzt davor zu befragen, aber vielleicht kennt sich jemand von euch da ja aus oder hat schonmal was gehört.

Danke und liebe Grüsse
parfum

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16. Januar 2004 um 23:46

Hallo Parfum
(welches eigentlich?)

Fachfrau bin ich nicht, kann dir zum Thema nichts erzählen. Ich wusste ja nicht einmal, dass Sterbehilfe in Deutschland nicht erlaubt ist und wundere mich auch darüber.

Weshalb ich hier poste: Darf ich mal indiskret sein, und dich fragen warum du dir über dieses Thema Gedanken machst?!

LG
Rhapsody

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16. Januar 2004 um 23:58
In Antwort auf rhapsody

Hallo Parfum
(welches eigentlich?)

Fachfrau bin ich nicht, kann dir zum Thema nichts erzählen. Ich wusste ja nicht einmal, dass Sterbehilfe in Deutschland nicht erlaubt ist und wundere mich auch darüber.

Weshalb ich hier poste: Darf ich mal indiskret sein, und dich fragen warum du dir über dieses Thema Gedanken machst?!

LG
Rhapsody

Ich bin gegen
jede Form von unnötiger Quälerei.

Ich erzähl dir mal was: wir hatten mehrfach Lungenkrebs in der Familie.
Meine Oma z. B. ist langsam vor sich hin vegetiert.
Sie war längere Zeit bettlägerig und musste gepflegt werden. Sie bekam Morphium gegen die Schmerzen - und 2 Wochen vor ihrem Tod hat Morphium nicht mehr angeschlagen. Sie hat geschrien und gewimmert und uns angefleht, ihr zu helfen. Und wir konnten bzw. durften nicht. Morphium ist das stärkste Schmerzmittel und das letzte, was du bekommst. Wenn Morphium nicht mehr wirkt, hast du verloren. Sie ist letztendlich jämmerlich erstickt. Und wir konnten ihr nicht helfen.
Sowas wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht.
Und sollte ich jemand so schwer krank sein (sprich Krebs, Aids oder sonstwas) möchte ich nicht wochenlang vor mich hinwegetieren. Ich finde es inhuman.
Wenn mein Haustier schwer krank ist und leidet, bringe ich es auch zum Tierarzt und lass es einschläfern.

Ich möchte einen schönen Tod - Giftspritze, einschlafen und nicht mehr aufwachen.

Ich möchte auch nicht ins Koma fallen und künstlich durch die Herz-Lungen-Maschine am Leben erhalten werden - womöglich über Jahre....

Es interessiert mich. Ich möchte später die Möglichkeit haben, zu entscheiden, wann ich sterbe, wenn die Schmerzen zu stark werden und das Leid unterträglich wird.

Darum alleine gehts mir.
Ich habe mal davon gehört, dass es für uns die Möglichkeit hier gibt. Ich weiss aber nicht wie.

LG
parfum

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17. Januar 2004 um 0:09
In Antwort auf rhapsody

Hallo Parfum
(welches eigentlich?)

Fachfrau bin ich nicht, kann dir zum Thema nichts erzählen. Ich wusste ja nicht einmal, dass Sterbehilfe in Deutschland nicht erlaubt ist und wundere mich auch darüber.

Weshalb ich hier poste: Darf ich mal indiskret sein, und dich fragen warum du dir über dieses Thema Gedanken machst?!

LG
Rhapsody

Und das von mir,
Wer fähig ist, andere Menschen zu töten, wird sich kaum an Gesetze halten, dazu ist er charakterlich nicht befähigt. Wem die Hilfe für andere Menschen zu lästig ist, so daß er sie lieber tötet, dem ist auch der vorgeschriebene Weg zu lästig.

Mein Kommentar ist etwas polemisch und etwas sarkastisch, das ist mir schon klar. Aber warum sollen nur Lebensschützer nicht polemisch und nicht sarkastisch sein? Durch niederste Polemik wurden die Kindesmorde und die Euthanasie gesellschaftsfähig. Polemik bringt also auch unter Umständen Gewinn. Sarkasmus braucht man manchmal um nicht bitterlich weinen zu müssen oder um nicht gewalttätig zu werden.
Bitte seid nicht allzu böse mit mir,aber das war das,was mir dazu eingefallen ist!
Lg tina

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17. Januar 2004 um 0:17
In Antwort auf opal_11933310

Und das von mir,
Wer fähig ist, andere Menschen zu töten, wird sich kaum an Gesetze halten, dazu ist er charakterlich nicht befähigt. Wem die Hilfe für andere Menschen zu lästig ist, so daß er sie lieber tötet, dem ist auch der vorgeschriebene Weg zu lästig.

Mein Kommentar ist etwas polemisch und etwas sarkastisch, das ist mir schon klar. Aber warum sollen nur Lebensschützer nicht polemisch und nicht sarkastisch sein? Durch niederste Polemik wurden die Kindesmorde und die Euthanasie gesellschaftsfähig. Polemik bringt also auch unter Umständen Gewinn. Sarkasmus braucht man manchmal um nicht bitterlich weinen zu müssen oder um nicht gewalttätig zu werden.
Bitte seid nicht allzu böse mit mir,aber das war das,was mir dazu eingefallen ist!
Lg tina

Huch,da fehlt
aber einiges
Irgendwie sollte der Text ganz anders da stehn!
Wieso steht jetzt da alles anders?
Also nochmal,
Was ich gesendet habe vorhin,das hab ich nicht selbst verfasst
Damit sagen wollte ich eigentlich etwas anderes
Ich fand das Thema ganz interessant und hab mal im Net danach gesucht.Nun,da bin ich auf diesen Text gestossen und nun?-tina wollte Euch eigentlich nur fragen,was damit eigentlich gemeint ist?!?!?!

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17. Januar 2004 um 0:24

Hallo Parfum,
ganz genau kenn ich mich auch nicht damit aus. Aber soviel ich weis geht das nur, wenn die betreffende Person auch schon vor der Krankheit eine Weile in den Niederlanden gelebt hat und auch von niederländischen Ärzten behandelt wurde.

Liebe Grüsse an dich
Blondes1

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17. Januar 2004 um 0:56
In Antwort auf vada_12683779

Ich bin gegen
jede Form von unnötiger Quälerei.

Ich erzähl dir mal was: wir hatten mehrfach Lungenkrebs in der Familie.
Meine Oma z. B. ist langsam vor sich hin vegetiert.
Sie war längere Zeit bettlägerig und musste gepflegt werden. Sie bekam Morphium gegen die Schmerzen - und 2 Wochen vor ihrem Tod hat Morphium nicht mehr angeschlagen. Sie hat geschrien und gewimmert und uns angefleht, ihr zu helfen. Und wir konnten bzw. durften nicht. Morphium ist das stärkste Schmerzmittel und das letzte, was du bekommst. Wenn Morphium nicht mehr wirkt, hast du verloren. Sie ist letztendlich jämmerlich erstickt. Und wir konnten ihr nicht helfen.
Sowas wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht.
Und sollte ich jemand so schwer krank sein (sprich Krebs, Aids oder sonstwas) möchte ich nicht wochenlang vor mich hinwegetieren. Ich finde es inhuman.
Wenn mein Haustier schwer krank ist und leidet, bringe ich es auch zum Tierarzt und lass es einschläfern.

Ich möchte einen schönen Tod - Giftspritze, einschlafen und nicht mehr aufwachen.

Ich möchte auch nicht ins Koma fallen und künstlich durch die Herz-Lungen-Maschine am Leben erhalten werden - womöglich über Jahre....

Es interessiert mich. Ich möchte später die Möglichkeit haben, zu entscheiden, wann ich sterbe, wenn die Schmerzen zu stark werden und das Leid unterträglich wird.

Darum alleine gehts mir.
Ich habe mal davon gehört, dass es für uns die Möglichkeit hier gibt. Ich weiss aber nicht wie.

LG
parfum

Oh je!
Das hört sich an wie ein schlimmer Alptraum, was deine Oma da erlebt hat! Das als Enkel mit erlebt zu haben muss schrecklich gewesen sein. Ich habe mich kaum mit diesem Thema auseinandergesetzt. Aber so etwas möchte auch ich nicht erleben.

Hm. Bei Krebs oder Aids hast du ja noch die Möglichkeit des Selbstmordes. Aber wenn man an eine Maschine angeschlossen ist, ohne Entscheidungsfreiheit, da fände ich die Sterbehilfe angebracht. Fragt sich dann nur, in welchem Zeitraum das ganze dann vollzogen werden müsste (könnte).

Wobei die Sache mit dem Selbstmord auch garnicht so einfach ist. Wer gab ihr/ihm die Tabletten etc.

Schwieriges Thema, besonders um die Zeit . Muss jetzt ins Bett und schlaf da noch einmal drüber.

Gutes Nächtle und
LG
Rhapsody

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17. Januar 2004 um 1:08

Sterbehilfe!
Hallo Parfum,
du mußt in den Niederlanden Wohnsitzt haben,nur dann geht es. Niederländische Ärzte
können einem Deutschen Staatsbürger keine Sterbehilfe leisten! Dies lassen sowohl die Deutschen,aber auch die Niederländischen Gesetze nicht zu.

Wir haben nun mal ein sehr unterschiedliches Recht und unsere Gesetze können nun mal nur in unserem Land gelten.

Kein niederländischen Arzt würde sich dem Risiko der Strafverfolgung durch deutsche Behörden aussetzen.

Bedingt straffrei durch neues Gesetz
Jetzt wird dem Arzt Straffreiheit zugesichert, wenn die vom Gesetz vorgesehenen Bedingungen erfüllt sind:
Der Patient muss unerträglich leiden, darf keine Aussicht auf Heilung haben und er muss den Wunsch nach aktiver Sterbehilfe mehrfach freiwillig und eindeutig äußern.
Der Arzt muss den Patienten ausführlich informieren und die Meinung eines Kollegen einholen.
Die Sterbehilfe ist so zu leisten, dass sie unter medizinischen Gesichtspunkten verantwortbar ist.
Keine Selbstbestimmung bei Jugendlichen
Das neue niederländische Euthanasiegesetz gilt auch für Jugendliche ab 12 Jahren. Bis zu einem Alter von 16 Jahren Jahren ist aber die Zustimmung der Eltern erforderlich. Ursprünglich wollte die Regierung auch Kinder von 12 bis 15 Jahren selbst entscheiden lassen, nach starken Protesten ist man davon aber abgekommen.
Dreiköpfige Prüfungskommission
Nach erfolgter Sterbehilfe sind die Ärzte verpflichtet, den Fall einer dreiköpfigen Prüfungskommission zu melden, die die Einhaltung aller Vorschriften überprüft. Die Kommission besteht aus einem Juristen, einem Arzt und einem Experten für ethische Fragen.

Staatsanwalt nicht mehr involviert
Eine Überprüfung von Fällen aktiver Sterbehilfe war auch in der seit Anfang der neunziger Jahre praktizierten Duldungs-Politik vorgesehen, bisher war jedoch in jedem Fall die Staatsanwaltschaft involviert, in Zukunft wird sie nur mehr eingeschaltet, wenn es zu Verstößen gegen das Gesetz kommt.
Hauptsächlich Krebspatienten betroffen
Rund 2.000 Fälle von aktiver Sterbehilfe wurden bisher pro Jahr gemeldet, Schätzungen gehen von tatsächlich doppelt so vielen, also 4.000 Fällen aus. Nach Angaben des niederländischen Gesundheitsministeriums wird aktive Sterbehilfe in neun von zehn Fällen von Krebspatienten in Anspruch genommen.

Sterbehilfe wurde bei uns schon imm geduldet und nie verfolgt. Mit dem Gesetz hat sie nun eine rechtliche Grundlage.

Ich hoffe dir gehofen zu haben.

Liebe Grüsse aus den Haag

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17. Januar 2004 um 15:54
In Antwort auf vada_12683779

Ich bin gegen
jede Form von unnötiger Quälerei.

Ich erzähl dir mal was: wir hatten mehrfach Lungenkrebs in der Familie.
Meine Oma z. B. ist langsam vor sich hin vegetiert.
Sie war längere Zeit bettlägerig und musste gepflegt werden. Sie bekam Morphium gegen die Schmerzen - und 2 Wochen vor ihrem Tod hat Morphium nicht mehr angeschlagen. Sie hat geschrien und gewimmert und uns angefleht, ihr zu helfen. Und wir konnten bzw. durften nicht. Morphium ist das stärkste Schmerzmittel und das letzte, was du bekommst. Wenn Morphium nicht mehr wirkt, hast du verloren. Sie ist letztendlich jämmerlich erstickt. Und wir konnten ihr nicht helfen.
Sowas wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht.
Und sollte ich jemand so schwer krank sein (sprich Krebs, Aids oder sonstwas) möchte ich nicht wochenlang vor mich hinwegetieren. Ich finde es inhuman.
Wenn mein Haustier schwer krank ist und leidet, bringe ich es auch zum Tierarzt und lass es einschläfern.

Ich möchte einen schönen Tod - Giftspritze, einschlafen und nicht mehr aufwachen.

Ich möchte auch nicht ins Koma fallen und künstlich durch die Herz-Lungen-Maschine am Leben erhalten werden - womöglich über Jahre....

Es interessiert mich. Ich möchte später die Möglichkeit haben, zu entscheiden, wann ich sterbe, wenn die Schmerzen zu stark werden und das Leid unterträglich wird.

Darum alleine gehts mir.
Ich habe mal davon gehört, dass es für uns die Möglichkeit hier gibt. Ich weiss aber nicht wie.

LG
parfum

Bin ganz deiner Meinung!

Auch ich bin gegen jegliche Art von Quälerei.
Und für das Recht auf Selbstbestimmung.
Ich finde das deutsche "Recht" in diesem Punkt eine regelrechte Anmaßung.
Ja, wo kämen wir denn da hin, wenn jeder selbst entscheiden könnte.
Ist schon zynisch und unmenschlich zugleich.
Ich habe in Deutschland das Recht elend zu "verrecken". Anders kann man es nicht bezeichenen.
Pharmakonzerne, Ärzte, und Kliniken verdienen daran wenn es so lange wie möglich dauert.
DAS IST INHUMAN und pervers. Und nicht einem Menschen dabei zu helfen die Qual zu beenden.
Jeder Mensch hat das Recht zu sterben wie er es wünscht. Und ich werde davon Gebrauch machen wenn es irgendwann mal nötig sein sollte.
Das ist meine Meinung. Wollte ich in diesem Zusammenhang mal loswerden.

Liebe Grüße

Geronimo

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12. November 2004 um 4:22

Sterbehilfe das muss nicht sein !
Warum Sterbehilfe ?

In einen der Beiträge wurde erwähnt, das die Mutter des Schreibenden unter starken Schmerzen litt, und selbst das Morpin nicht mehr wirkte. Wie der Autor dieses Beitrages meinte: "Wenn Morpin nicht mehr wirkt dann hast Du verloren" Das stimmt so nicht ! Ich selbst leide seit einem Motorradunfall unter starken Schmerzen, und auch bei mir war es so das dass Morpin die Schmerzen nicht mehr lindern konnte.

Also suchte ich mir einen Facharzt für Schmerztherapie und es wurden bei mir stärkere Opiate wie Oxicodon, Palladon, Durogesic, Actid, und L- Polamidon ausprobiert. Im Moment komme ich mit dem L-Polamidon am besten gegen meine Schmerzen an, bzw. ich merk Sie fast gar nicht mehr.

Ich denke das heute niemand den Wunsch zu sterben haben sollte nur weil er unter unerträglichen Schmerzen leidet, die Medizin bzw. die Schmerztherapie und die Schmerzmittel sind heut zu Tage so gut, dass niemand mehr unter Schmerzen leiden muss. Das andere Problem sind natürlich die Ärzte, wiele haben nichteinmal die speziellen BTM-Rezepte auf den starke Schmerzmittel verschrieben werden müssen, andere haben zwar diese Rezepte, tuen sich aber mit dem verschreiben sehr schwer. Bei den meisten dieser Ärzte besteht immer noch die Meinung das diese Mittel extrem schnell abhänig machen, was natürlich auch nicht von der Hand zu weisen ist, jedoch haben klinische Studien belegt das bei Schmerzpatienten die Gefahr einer Abhänigkeit als sehr gering zu bewerten ist. Und mir sagte mal ein Arzt schmerzfreiheit geht vor Abhänigkeit.

Also genießt lieber das Leben, ich hätte auch niemals gedacht, das meines irgendwann mal wieder so schön wie heute sein würde.

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