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Alleinerziehender Vater

13. November 2018 um 19:43

Hallo liebe Community,

ich bin auf der Suche nach Ratschlägen und hoffe, hier unterstützt werden zu können.
Folgende Geschichte :

Ich bin alleinerziehend mit meiner 15 - jährigen Tochter.
Meine Verlobte hatte ca 6 Wochen nach der Geburt unserer Tochter einen Autounfall. Sie verstarb leider nach zwei Wochen im Koma.
Vor 10 Jahren habe ich meine jetzige Frau kennen gelernt, mit der ich zusammen zwei Töchter ( 6 J) habe.
Meine Frau ist vor knapp einem Jahr schwer erkrankt, sie hat Krebs. Derzeit ist sie auf Erholungskur.
Seit ich mehr oder weniger mit den Kindern alleine bin, komme ich überhaut nicht mehr an meine große Tochter heran. Sie blockt alles ab. Es gab in letzter Zeit ein paar Themen, die ihr unangenehm waren, bzw, die sie nicht mit mir besprechen wollte.
Sie hat seit ein paar Wochen einen Freund (besser gesagt, vor ein paar Wochen erzählte sie mir davon).
Ich habe daher das Thema Verhütung angesprochen. Ihr war es sehr peinlich, aber es war mir wichtig, dass für eine Verhütung gesorgt ist.
Sie meinte dazu dann, dass ich ihr in Sachen Verhütung nichts zu sagen hätte (ich war noch sehr jung bei ihrer Geburt).
Sie ist mir gegenüber oft zickig und bockig, ich weiß, die Pubertät, aber vorher war es nicht so schlimm.

Ich habe herausgefunden, dass sie meine Unterschrift fälscht, um schlechte Noten vor mir zu verbergen. Als ich sie darauf angesprochen habe, kam nur ein "Lass mich in Ruhe, Du nervst"
Egal was ich sie frage, auch wenn es nur "Na, wie war Dein Tag" ist, reagiert sie genervt, zuckt nur mit den Schultern, ...

Letztes Wochenende kam sie nach Rauch stinkend und mit einer Fahne nach Hause. Angeblich hat sie aber nur bei einer Freundin übernachtet.
Ich habe ihr gesagt, dass ich nicht angelogen werden möchte, da hat sie mir den Finger gezeigt.
Vor ihren kleinen Schwestern hat sie auch schon "Fi** Dich" zu mir gesagt.

Sie hat ein Foto von meiner Verlobten und mir, welches ein paar Tage nach ihrer Geburt entstanden ist. Darauf hält ihre Mutter sie im Arm. Mich hat sie aus dem Foto geschnitten. Als ich das gesehen habe, war ich schon sehr verletzt. Ich habe aber nichts dazu gesagt, weil ich nicht wusste, ob es vielleicht absichtlich als Provokation gedacht ist.

Ich bin ratlos. Wie sollte ich mich verhalten, wie gehe ich am besten mit ihr um ?
Wie gesagt, sie ist erst so, seit meine Frau auf Erholungskur ist.

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13. November 2018 um 20:12

Pubertät ist sehr vor allem anderen Gefühlsfasching. Und zwar bis zum Anschlag.

Und jetzt kommt bei Deiner Tochter, die ihr Mutter durch einen viel zu frühen Tod verloren hat, die akute Angst, auch die nächste "Mutter" bald durch einen viel zu frühen Tod verlieren zu können - was glaubst Du denn, was passiert?

Wie seid Ihr bisher mit dem Thema Emotionen umgegangen? Hat sie gelernt, zu starke Emotionen zu kanalisieren? Zu verarbeiten? Zu steuern?

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13. November 2018 um 20:31

Sie hat zur Stiefmutter ein gutes Verhältnis, aber nicht besonders innig. Wenn es mal Streit gibt, heißt es sofort "Du hast mir gar nichts zu sagen, Du bist nicht meine Mutter"
Aber mit ihr redet sie zumindest ein bisschen mehr.
Meine Frau könnte sie sicher fragen , wie ihr Tag war, ohne dass sie an die Decke springt. 

Sie war bereits als Kind in Therapie um den Verlust ihrer Mutter zu verarbeiten. 

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13. November 2018 um 20:41
In Antwort auf avarrassterne1

Pubertät ist sehr vor allem anderen Gefühlsfasching. Und zwar bis zum Anschlag.

Und jetzt kommt bei Deiner Tochter, die ihr Mutter durch einen viel zu frühen Tod verloren hat, die akute Angst, auch die nächste "Mutter" bald durch einen viel zu frühen Tod verlieren zu können - was glaubst Du denn, was passiert?

Wie seid Ihr bisher mit dem Thema Emotionen umgegangen? Hat sie gelernt, zu starke Emotionen zu kanalisieren? Zu verarbeiten? Zu steuern?

Sie behält alles für sich, mit mir spricht sie ja nicht. 
Ich kann nicht sagen, wie es in ihr aussieht. Sie tut ja immer so rotzfrech und kalt, aber ich denke, dass ist nur Fassade. 
Ich komme aber nicht an sie heran. Wenn ich mit ihr sprechen will, zieht sie die Kopfhörer auf und daddelt am Handy. 
Wenn sie mit mir spricht, dann meist nur in Einwortsätzen. "Hmm" , "Ja" , "Nein"
Und dieses ständige Schultergezucke macht mich ganz fuchsig, ebenso das Augenrollen. 

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13. November 2018 um 21:19

Es hat mich auch sehr überrascht, dass sie mir davon erzählte. 
Ich musste mich zügeln, dass ich gelassen bleibe. Ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte, für mich war das auch ein neues Thema. 

Ich weiß, es wäre besser gewesen, wenn sie über das Thema Verhütung mit einer Frau hätte sprechen können, aber die Möglichkeit gab es leider nicht. Ich habe mir schon Tage vorher Gedanken gemacht, wie ich es am besten anspreche.
Ich habe dann entschieden, nicht zu fragen, ob sie schon Sex hatten, sondern ganz allgemein über die Verhütung zu sprechen. 

Meine Tochter war bereits beim Frauenarzt. Ich weiß aber nicht mehr, wie lange das her ist. 

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13. November 2018 um 22:01
In Antwort auf brick08

Sie behält alles für sich, mit mir spricht sie ja nicht. 
Ich kann nicht sagen, wie es in ihr aussieht. Sie tut ja immer so rotzfrech und kalt, aber ich denke, dass ist nur Fassade. 
Ich komme aber nicht an sie heran. Wenn ich mit ihr sprechen will, zieht sie die Kopfhörer auf und daddelt am Handy. 
Wenn sie mit mir spricht, dann meist nur in Einwortsätzen. "Hmm" , "Ja" , "Nein"
Und dieses ständige Schultergezucke macht mich ganz fuchsig, ebenso das Augenrollen. 

schon immer? Dann wirst Du jetzt nicht sehr viel machen können.

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14. November 2018 um 8:24
In Antwort auf brick08

Sie behält alles für sich, mit mir spricht sie ja nicht. 
Ich kann nicht sagen, wie es in ihr aussieht. Sie tut ja immer so rotzfrech und kalt, aber ich denke, dass ist nur Fassade. 
Ich komme aber nicht an sie heran. Wenn ich mit ihr sprechen will, zieht sie die Kopfhörer auf und daddelt am Handy. 
Wenn sie mit mir spricht, dann meist nur in Einwortsätzen. "Hmm" , "Ja" , "Nein"
Und dieses ständige Schultergezucke macht mich ganz fuchsig, ebenso das Augenrollen. 

P.S. "rotzfrech und kalt" ist genauso oft Selbstschutz wie Fassade.
Um über Probleme reden zu können, muss man die Gefühle zulassen, sich die Probleme eingestehen, sozusagen den Dolch in der Wunde drehen, statt so zu tun, als wäre da keiner. Man muss sich öffnen - und es ist wahrscheinlich, dass die Dämme, mit denen man bis dahin alles mühsam im Zaum hält, dabei brechen.

Wenn es mir richtig mies geht, bin ich auch heute noch (die Pubertät ist bei mir inzwischen doch laaaaange her) ziemlich "rotzfrech und kalt" - ich brauche die Distanz, um meine Selbstkontrolle zu wahren.

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14. November 2018 um 16:34

Ich bin gerade krankgeschrieben, daher bekomme ich mit, wenn meine Tochter morgens aus dem Haus geht. Heute musste ich jedoch schon früh los, da ich einen Arzttermin hatte. Als ich wieder nach Hause kam, lag meine Tochter, die längst in der Schule sein sollte, auf dem Sofa vorm Fernseher. Als ich sie gefragt habe, warum sie nicht in der Schule sei, wurde nur mit den Augen gerollt. Dabei habe ich ganz ruhig gefragt, weil ich hoffte, es gäbe einen logischen Grund dafür. Sie sagte dann aber nur, sie hätte "keinen Bock auf den Scheiß" 
Daraufhin gab es eine Auseinandersetzung. 
Letztendlich sagte sie mir knallhart ins Gesicht, dass sie wünschte, ich wäre tot, anstatt ihre Mutter. 
Ich musste heftig schlucken. 
Sie meinte dann noch, es sei ihr egal, wenn meine Frau stirbt, würde sie nicht interessieren. 

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15. November 2018 um 12:48
In Antwort auf brick08

Ich bin gerade krankgeschrieben, daher bekomme ich mit, wenn meine Tochter morgens aus dem Haus geht. Heute musste ich jedoch schon früh los, da ich einen Arzttermin hatte. Als ich wieder nach Hause kam, lag meine Tochter, die längst in der Schule sein sollte, auf dem Sofa vorm Fernseher. Als ich sie gefragt habe, warum sie nicht in der Schule sei, wurde nur mit den Augen gerollt. Dabei habe ich ganz ruhig gefragt, weil ich hoffte, es gäbe einen logischen Grund dafür. Sie sagte dann aber nur, sie hätte "keinen Bock auf den Scheiß" 
Daraufhin gab es eine Auseinandersetzung. 
Letztendlich sagte sie mir knallhart ins Gesicht, dass sie wünschte, ich wäre tot, anstatt ihre Mutter. 
Ich musste heftig schlucken. 
Sie meinte dann noch, es sei ihr egal, wenn meine Frau stirbt, würde sie nicht interessieren. 


Könntest du ev. einen Psychologen oder Psychologin aufsuchen, die dich beraten, wie mit dieser Situation umzugehen ist. Das scheint mir einfach zu viel für dich. 
Ich hatte auch mal so eine Zeit, mein Mann schwer krank, betagte Eltern und einen Sohn in der Pubertät. Da habe ich mir Hilfe geholt und das war gut. Mir wäre ansonsten alles über den Kopf gewachsen.

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15. November 2018 um 13:24


Ja daphne, das denke ich auch, dass die Tochter gut aufgehoben wäre bei einer Psycholgin.

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15. November 2018 um 15:12

Sie redet nicht mehr mit mir. 
Sie ist wütend, dass ich noch da bin. 
Sie wirft mir Blicke zu, da fühle ich mich wirklich schuldig. 
Es gab mal eine Zeit, da waren wir unzertrennlich. 
 

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15. November 2018 um 15:15
In Antwort auf micky790


Könntest du ev. einen Psychologen oder Psychologin aufsuchen, die dich beraten, wie mit dieser Situation umzugehen ist. Das scheint mir einfach zu viel für dich. 
Ich hatte auch mal so eine Zeit, mein Mann schwer krank, betagte Eltern und einen Sohn in der Pubertät. Da habe ich mir Hilfe geholt und das war gut. Mir wäre ansonsten alles über den Kopf gewachsen.

Eine gute Idee. 
Vielleicht finde ich noch den Psychologen, der sie als Kind betreut hat. Mit dem haben wir gute Erfahrungen gemacht. 

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15. November 2018 um 15:19

Meine kleinen Töchter gehen zur Schule, in die erste Klasse. 
Wenn ich arbeiten bin, werden sie nach der Schule in einem Hort betreut. 

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15. November 2018 um 15:36

Ja... dutzende Gespräche.. 
Ihr Notendurchschnitt ist innerhalb eines halben Monats ganz schnell abgesackt. Dabei war sie eine Einser-Schülerin. 
Ich bin froh, dass sie noch ihre Hobbys pflegt. Sie macht Judo und spielt Volleyball. Diese beiden Sachen sind ihr sehr wichtig, dabei blüht sie auf. 

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15. November 2018 um 16:48
In Antwort auf brick08

Ja... dutzende Gespräche.. 
Ihr Notendurchschnitt ist innerhalb eines halben Monats ganz schnell abgesackt. Dabei war sie eine Einser-Schülerin. 
Ich bin froh, dass sie noch ihre Hobbys pflegt. Sie macht Judo und spielt Volleyball. Diese beiden Sachen sind ihr sehr wichtig, dabei blüht sie auf. 


Was ich aber noch dran denken würde, ist, ob wenn sie zum gleichen Psychologen  geht wie damals zur Verarbeitung des Todes ihrer Mutter, ob nicht das alte Trauma wieder reaktiviert würde? Ich  würde auch eine Frau besser finden. Grad so heikle Themen  wie Verhütung ist für ein  junges Mädchen leichter mit einer Frau zu besprechen. Dass sie aber ihre Hobbys pflegt ist ein Lichtschimmer! Alles Gute für euch. Euer Schicksal hat mich berührt.

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15. November 2018 um 22:24

Sie wissen, dass ich alleinerziehend bin. 
Sie wissen auch von der Krebserkrankung meiner Frau. 
Vor ein paar Monaten ging es meiner Frau sehr schlecht, da hatte meine Tochter Kontakt mit einer Vertrauenslehrerin. 
Mittlerweile tut sie ja so, als sei es ihr gleichgültig. Sie hat kein einziges Mal mit meiner Frau telefoniert oder geschrieben. Auch zu Besuchen wollte sie nicht mit. 

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17. November 2018 um 20:23

Ich wünsche euch viiiiel kraft,gefuld und liebe für einander

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